Linksgerichteter Ex-Präsident Ecuadors wegen Korruption zu acht Jahren Haft veruteilt
Linksgerichteter Ex-Präsident Ecuadors wegen Korruption zu acht Jahren Haft veruteilt
Datum: 08.04.2020 - 11:45 Uhr
Rafael Correa, linksgerichteter ehemaliger Präsident Ecuadors, hat Bestechungsgelder von Baufirmen kassiert, damit diese staatliche Aufträge zugeschanzt bekamen. Das sieht ein ecuadorianisches Gericht als erwiesen an und hat den einstigen Präsidenten in Abwesenheit zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Correa sowie sein Staatspräsident sollen zudem für das entstandene Korruptionsnetzwerk, bei dem Schmiergeldzahlungen zum täglichen Geschäft gehörten, hauptverantwortlich sein. Umgerechnet fast 6,5 Millionen Euro sollen geflossen sein, ein beträchtlicher Teil direkt in die Tasche Correas, so das Gericht.
Correa hatte sich bereits 2017 mit seiner Frau in deren belgische Heimat abgesetzt, mehrere von Ecuador an Belgien gerichtete Auslieferungsgesuche Correas blieben bisher erfolgos. Ein internationaler Haftbefehl, begründet mit der Beteiligung Correas an der Entführung des Politikers Fernando Balda, wurde noch vor Vollstreckung zurückgezogen. Mit dem Rechtswirksamwerden des jetzigen Urteils gelte Correa als vorbestraft, ein Auslieferungsgesuch könnte in dem Fall umgesetzt werden. Noch aber bleibt Correa der Rechtsweg gegen das erstinstanzliche Urteil offen.
Unterstützer hat Correa in Ecuador kaum noch. Sein autoritärer Stil kam selbst bei seinen Parteigenossen nicht sonderlich gut an, mit seinem früheren Vizepräsidenten und heutigen Staatschef Lenín Moreno verbindet ihn eine innige Feindschaft.
Neben Correa wurden weitere 19 Angeklagte, unter ihnen auch Correas früherer Vizepräsident Jorge Glas, zu Haftstrafen verurteilt. Zudem verloren die Verurteilten mit dem Urteil auch für 25 Jahre das Recht der politischen Betätigung.
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