Labour-Chef Corbyn will sich beim Brexit nicht festlegen
Labour-Chef Corbyn will sich beim Brexit nicht festlegen
Datum: 23.09.2019 - 11:34 Uhr
Wenn es darum geht, in der Öffentlichkeit medienwirksam Stellung gegen Premierminister Boris Johnson und dem Brexit (dem Ausstieg Großbritanniens aus der EU) zu beziehen, dann ist Jeremy Corbyn, Parteichef der Labour-Partei,, den britischen Sozialdemokraten, mit großen Worten vorne dabei. Wenn es aber darum geht, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen, wie jetzt beim Parteitag im Brighton Center, dann windet sich Corbyn wie ein Aal und verweigert eine klare Positionierung.
Corbyn nämlich strebt erst einmal Neuwahlen im Vereinigten Königreich an. Lehnt er sich vorher zu weit aus dem Fenster mit der Forderung nach einem Verbleib, vergrätzt er viele potenzielle Labour-Wähler, die sich bei dem Referendum auch für den Ausstieg aus der EU ausgesprochen hatten. Dann wären seine Träume von einem Einzug in Downing Street 10 ruck-zuck ausgeträumt. Doch davon träumt Jeremy Corbyn schon so lange, dass er, statt klare Worte zu finden, sich lieber alle Optionen offenhält und herum laviert.
Ein solches Verhalten aber stößt in den eigenen Reihen auf wenig Verständnis. Sein eigenen Vize, Tom Watson, zählte Corbyn beim Parteitag vor versammelter Mannschaft lautstark an. »Wir sind eine Remain-Partei«, sagte er, »eine Partei, die für den Verbleib in der Europäischen Union ist.« Mehr als 80(!) Anträge für ein klares Bekenntnis zu dem Verbleib in der EU liegen beim Parteitag vor, doch Corbyn will einfach nicht.
In den Umfragen in Großbritannien schwächeln wegen der parteiinternen Streitigkeiten derzeit sowohl Labour wie auch die Torys. Sie werden derzeit mit 30 Prozent (Torys) respektive 21 Prozent (Torys) gesehen. Profiteure dieser Streitigkeiten sind die Liberaldemokraten, die zu den Torys aufgeschlossen haben wie auch die Brexit-Partei von Nigel Farage. Ihr werden aus dem Stand 17 Prozent prognostiziert.
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