Kriegsmüde Bulgaren beschädigen EU-Gebäude
Kriegsmüde Bulgaren beschädigen EU-Gebäude
Datum: 23.05.2023 - 10:10 Uhr
In Sofia fand eine große Antikriegskundgebung statt, Tausende Bulgaren gingen auf die Straße, um sich unter dem Slogan »Bulgarien ist eine Zone des Friedens« zu versammeln. Die Demonstration wurde von mehreren Organisationen und Einzelpersonen organisiert, die ein Ende der militärischen Unterstützung des Krieges in der Ukraine wollen. Statt weiterer Eskalation - vor allem von der EU-Führung - wollen sie Friedensverhandlungen sehen. Zu den Teilnehmern gehörten Mitglieder der EU- und NATO-kritischen Revival-Partei, darunter auch Abgeordnete.
Mehrere Parteien in Bulgarien haben in der Vergangenheit wiederholt gegen die Lieferung von Militärhilfe an die Ukraine gestimmt und behauptet, dass solche Maßnahmen das eigene Land in einen sinnlosen Krieg gegen Russland hineinziehen könnten. Die aktuelle bulgarische Übergangsregierung hingegen befolgt weiterhin die von Brüssel und Washington gemachten Vorgaben, die die vorherige und gestürzte Regierung eingegangen war.
Die politische Situation in Bulgarien ist alles andere als klar. Wegen diverser Skandale, Rücktritte und Parteiauflösungen wie auch Neugründungen ist das Parteienumfeld im Land derzeit im Umbruch. Wären am kommenden Sonntag Parlamentswahlen, würde sich die Zusammensetzung im Parlament komplett verändern. Vor allem die Parteien, die sich für einen Friedensvertrag im Donbas und eine Annäherung des Landes an Russland aussprechen, bekämen deutlich mehr Stimmen als zuvor.
Es gibt auch Kritik an den Protesten: der amerikanische Propagandasender Radio Free Europe behauptet, die Demonstranten seien »pro-Kreml« gewesen und weist darauf hin, dass in einem Video des Demonstrationszuges eine russische Flagge zu sehen sei.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment