Kriegsgefahr auf dem Balkan steigt

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Kriegsgefahr auf dem Balkan steigt
Datum: 02.08.2022 - 11:58 Uhr

Im Grenzgebiet zwischen Serbien und dem nicht voll umfänglich als eigenständigen Staat anerkannten Kosovo kam es erneut zu Zwischenfällen und Schießereien. Während 115 von 193 UN-Mitgliedern das Kosovo als eigenständigen Staat anerkannt  haben, betrachtet Serbien den Kosovo formal als seine Autonome Provinz Kosovo und Metochien.

Ausgangspunkt der Unruhen soll die Region Metochien gewesen sein, wo die kosovarische Polizei am Sonntag mehrere Grenzübergänge zu Serbien geschlossen hatte. Auch die Bewegung serbisch zugelassener Autos wurde von den kosovarischen Behörden eingeschränkt, was die serbische Bevölkerung in der Region verärgert.

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić warnt davor, dass das Kosovo einen umfassenden Militärangriff auf Serbien starten könnte, und hat zusätzliche Truppen an die Grenze geschickt.

»Ich bete um Frieden, ich bete um Frieden. Ich wende mich sowohl an Serben als auch an Albaner, haltet den Frieden.« Die Atmosphäre sei aufgekocht und die Serben würden keine weiteren Gräueltaten dulden, sagt Vucic.

Während  das russische Außenministerium das Kosovo für die Entwicklung durch die »unbegründeten diskriminierenden Regeln« verantwortlich macht, rasselt die NATO bereits wieder mit dem Säbel. Die faktisch von den Vereinigten Staaten geführte NATO-Truppe KFOR hat ihrerseits eine allgemeine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie sich bereit erklärt, »einzugreifen und Frieden zu vermitteln.«

Bei der NATO und der KFOR »vergisst« man offensichtlich nur zu gerne, dass die Truppen vor Ort unter einem UN-Mandat (UNSCR 1244) operieren. Dieses Mandat haben sowohl Russland wie auch der Rest des Sicherheitsrates 1999 genehmigt. Das Mandat besagt eindeutig, dass der Zweck der Truppe NICHT darin besteht, den kosovarischen Behörden dabei zu helfen, genau das zu tun, was sie wollen. KFOR habe stattdessen für die Aufrechterhaltung eines »sicheren Umfelds« und der »Möglichkeit der Freizügigkeit« für alle im Kosovo lebenden und ansässigen ethnischen Gruppen, einschließlich der Serben, zu garantieren.

 

 

Sven von Storch

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