Kostenlose Tampons und Binden werden zur Pflicht – auf Männertoiletten

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Kostenlose Tampons und Binden werden zur Pflicht – auf Männertoiletten
Datum: 28.12.2023 - 09:14 Uhr

Die neue Anforderung stammt von der liberalen Regierung von Premierminister Justin Trudeau und gilt für alle staatlich kontrollierten Arbeitgeber auf Bundesebene. Ziel sei es, »menstruierende Mitarbeiter zu schützen« und sicherzustellen, dass »sie sich sicher fühlen, wenn sie die Toilette benutzen, die ihrem Geschlecht am besten entspricht«, schreibt die kanadische Regierung auf ihrer Website.

Darüber hinaus müssen alle betroffenen Arbeitgeber dafür sorgen, dass in allen Herrentoiletten ein abgedeckter Behälter vorhanden ist, in den Menstruationsbinden entsorgt werden können. »In Räumen mit mehreren Toiletten muss in jeder Toilettenkabine ein Abfallbehälter stehen«, schreibt die Regierung. Nach Angaben der Canadian Broadcasting Corporation (CBC) gilt die Richtlinie für alle Bundesbehörden für den öffentlichen Dienst, Kronunternehmen, Banken, Flughäfen und Bahnhöfe.

Während die Richtlinienänderung bereits am 15. Dezember in Kraft trat, hatten viele staatlich regulierte Arbeitgeber bereits in den Tagen vor Ablauf der Frist damit begonnen, ihre sanitären Räume mit kostenlosen Menstruationsprodukten auszustatten. Die ehemalige kanadische konservative Senatorin Linda Frum löste drei Tage zuvor im Internet einen Feuersturm aus, nachdem sie ein Bild eines Korbs mit Produkten in einer Männertoilette für Transgender-Abgeordnete im Parlament gepostet hatte.

»Früher, als nur Frauen ihre Menstruation hatten, mussten wir für unsere Produkte selbst bezahlen«, postete Frum, »auf Toiletten an allen Bundesarbeitsplätzen, einschließlich Parliament Hill – wo dieses Foto heute aufgenommen wurde«. Der augenzwinkernde Beitrag explodierte im Internet und generierte fast 900.000 Aufrufe.

Der Versuch, die Produkte in alle von der kanadischen Regierung kontrollierten Sanitärräume zu bringen, begann vor einigen Jahren, als verschiedene Interessengruppen wie Here For Her, United Way, Period Packs und die Canadian Women's Foundation begannen, Lobbyarbeit bei der kanadischen Regierung zu betreiben. Rachel Ettinger, die Gründerin von Here For Her, einer Gruppe, die sich auf Gesundheitserziehung konzentriert, startete eine Petition, die schließlich im kanadischen Unterhaus vorgelegt wurde.

»Nicht nur Frauen oder diejenigen, die sich als Frauen identifizieren, menstruieren«, sagte Ettinger gegenüber CBC. »Transmänner, geschlechtsunkonforme Menschen und Menschen mit zwei Geistern haben ebenfalls ihre Menstruation, und jeder, der menstruiert, hat es verdient, in Würde zu menstruieren.«

 

 

Sven von Storch

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