Knapp 216 Millionen Euro an die Türkei gesendet
Knapp 216 Millionen Euro an die Türkei gesendet
Datum: 27.09.2018 - 11:51 Uhr
Erdogans Politik hat die Türkei in eine Wirtschaftskrise elementaren Ausmaßes getrieben. Er braucht Geld - und zwar jede Menge. Sein Appell an die türkischen Landsleute weltweit, ihre Fremdwährungsguthaben in türkische Lira zu wechseln, ging komplett daneben. Stattdessen flüchteten immer mehr Türken in deutliche stabilere Währungen wie den US-Dollar, den Euro oder den Schweizer Franken. Der US-Dollar wird nach wie vor mit deutlich über sechs Lira gehandelt, trotz aller Unterstützungsversuche Erdogans.
Wenige Tage vor seinem Besuch in Deutschland, bei dem er voraussichtlich erhebliche finanzielle Unterstützung seiner Politik fordern wird, hat die Merkel-Regierung laut einer aktuellen Meldung der dts-Nachrichtenagentur eine Charge von 215,8 Millionen Euro an die Türkei auf den Weg gebracht. Laut einem Schreiben des Finanzministeriums sei das Geld dazu gedacht, den von der Türkei gemeldeten erhöhten Bedarf zur Betreuung sich im Land befindenden syrischen Flüchtlinge abzudecken.
Die Türkei habe, so steht es in einem am gestrigen Mittwoch erschienen Druck-Ausgabe der Bild, »die EU um Fortsetzung der 2016 eingeleiteten Unterstützung gebeten«. Dieser Bitte sei man nun nachgekommen. Insgesamt wurden seitens der EU im Rahmen des Merkel-Erdogan-Deals über drei Milliarden Euro an die Türkei als Hilfe für die Unterbringung und Versorgung der syrischen Flüchtlinge im Land überwiesen. Die Förderung von Projekten, die der Versorgung von Flüchtlingen in der Türkei dienen, sei ganz im Interesse sowohl Deutschlands wie auch der EU, so die Stellungnahme der Merkel-Regierung.
Morgen erscheint Erdogan zu seinem Besuch in Deutschland. Die verbale Steilvorlage der Merkel-Regierung wird er kaum ungenutzt lassen.
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