Kevin Kühnert will in den SPD-Vorstand

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Kevin Kühnert will in den SPD-Vorstand
Datum: 19.11.2019 - 12:23 Uhr

Der SPD steht eine innere Zerreißprobe hervor. Die beiden Kandidatenpärchen um den Vorsitz stehen für grundlegend andere Ausrichtungen der Partei. Während Olaf Scholz und Klara Gleywitz eher für einen Fortbestand der GroKo stehen, werden ihre Kontrahenten Saskia Esken und Walter-Borjans eher dem linken Parteispektrum zugeordnet. Sollten sie gewählt werden, so Beobachter, ist ein Bruch mit der Union auf Bundesebene und somit dem Ende des jetzigen Merkel-Kabinetts vorprogrammiert. Die SPD würde dann einen extremen Linksschwenk einschlagen und sich den Postkommunisten annähern. Dazu passt auch, dass der Jungsozialist Kevin Kühnert aktuell seinen Hut in den Ring um einen Vorstandsposten geworfen hat. Mit ihm, der offen von Zwangsenteignungen nach kommunistischem Vorbild träumt, ist der Handschlag von Kommunisten und Sozialdemokraten nur noch einen Steinwurf entfernt.

Der Beamtensohn aus Westberlin, der weder ein Studium abgeschlossen noch einen Beruf erlernt hat, absolvierte den bei Jungpolitikern des linken Spektrums obligatorischen Werdegang von Kreißsaal über Lehrsaal und Hörsaal in den Plenarsaal. Nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Jungsozialisten setzte sich Kühnert an die Spitze der #NoGroKo-Bewegung, um die SPD von einer weiteren Regierungsbeteiligung unter Merkel abzuhalten. Das Ergebnis ist bekannt: die damaligen Entscheidungsträger um die längst ausgebootete Andrea Nahles ließen sich ein weiteres Mal in ein Merkel-Kabinett drängen, die SPD verlor daraufhin in den nächsten Wahlen dramatisch an Stimmen.

Jetzt setzen Kühnert und die anderen Linksaußen auf eine Kehrtwendung der Partei. Allerdings gibt es auch jede Menge »Genossen«, die lieber weiterhin von den gut gefüllten Töpfen der Macht zehren wollen und unbedingt die jetzige Regierungskoalition fortsetzen wollen. Vor der SPD liegen unruhige Zeiten.

Sven von Storch

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