Keine Versäumnisse im Fall Amri
Keine Versäumnisse im Fall Amri
Datum: 30.12.2016 - 08:28 Uhr
Nach dem Terroranschlag in Berlin, bei dem Anis Amri einen schweren LKW in die Besucher eines Weihnachtsmarktes steuerte und insgesamt zwölf Menschen mordete, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Ermittlungen auf eventuelle amtsinterne Versäumnisse unternommen. Diese Ermittlungen haben aber nach Auskunft des Behördenpräsidenten Frank-Jürgen Weise keinerlei entsprechende Hinweise erbracht, schreibt die »Zeit«. Amri sei nicht durch das Raster des BAMF geschlüpft, wird Weise in dem Bericht zitiert.
Amri floh 2011 vor einer drohenden Gefängnisstrafe aus Tunesien nach Italien. Wegen schwerer Brandstiftung saß er dann in Italien mehrere Jahre im Gefängnis, bevor ihm nach der Haftentlassung 2015 unbemerkt der Grenzübertritt nach Deutschland gelungen ist. In Deutschland ließ er sich dann unter insgesamt sieben verschiedenen Identitäten als Asylbewerber registrieren und erschlich sich entsprechend sieben Mal Sozialleistungen.
Er trat in zahlreichen Moscheen im Ruhrgebiet als Vorbeter auf, wurde von diversen Behörden als Gefährder eingestuft, mehrfach festgenommen und stand unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Er hat sich nicht sonderlich bemüht, seine Aktionen und Aktivitäten geheim zu halten oder gar in den Untergrund zu entschwinden. Dennoch ist es dem BAMF nicht aufgefallen, dass es dort insgesamt sieben Vorgänge für eine einzige Person gibt. Doch laut BAMF-Chef sind keine Versäumnisse erkennbar.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment