Keine politische Klarheit nach Sachsen-Wahl
Keine politische Klarheit nach Sachsen-Wahl
Datum: 02.09.2024 - 09:58 Uhr
Die Auszählung der Stimmen nach der Sachsen-Wahl dauerte bis weit nach Mitternacht. Zu eng lagen die Zahlen in den Wahlkreisen von AfD und CDU beieinander. Zwar ließ sich Kretschmer (CDU) nach der ersten Prognose am gestrigen Abend um 18.00 Uhr als selbsternannten Wahlsieger feiern, aber es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass er damit das Fell des Bären verteilt hatte, noch bevor dieser erlegt worden war.
Tatsache ist nämlich, dass das Wahlergebnis AfD und CDU auf einem in etwa gleichen Level bei den Stimmenanteilen liegen. Das gilt sowohl bei den Wahlkreisen wie auch bei den Zweitstimmen. Und als wäre es damit nicht bereits genug, so hat aktuell der Landeswahlleiter das bisher veröffentlichte vorläufige amtliche Endergebnis einkassiert. Denn bei der Auszählung der Sitze im Parlament wurde ein altes, nicht mehr gültiges Berechnungsverfahren verwendet. Das ist bei einem bisher veröffentlichten Sitzverhältnis von 41 (CDU) zu 40 (AfD) natürlich nicht einfach hinnehmbar. Eine Berechnung mit dem aktuell gültigen Verfahren könnten dieses Ergebnis verändern - und es ist nicht undenkbar, dass die AfD stärkste Fraktion im sächsischen Landtag wird.
Die Ampel-Parteien haben auch an der Wahl teilgenommen. Scholzens Spezialdemokraten sind auf den Status einer Kleinpartei (7,3 Prozent) herabgestuft worden, die Öko-Sozialisten schaffen mit Hängen und Würgen den Sprung über die parlamentarische Hürde (5,1 Prozent) - zumindest noch. Denn eine Auszählung mit dem korrekten Berechnungsverfahren könnte auch daran etwas ändern. Wobei ihnen die beiden Direktmandate vermutlich nicht verloren gehen werden, wie sie auch von der mehrfach umbenannten SED gewonnen worden. Und ein Wahlkreis geht an den Kandidaten der Partei Freie Wähler.
Der hat aber bereits mehrfach durchscheinen lassen, dass er sein Mandat nicht antreten werde. Dann würde der Zweitplatzierte nachrücken - und das ist der Kandidat der AfD.
Ach ja, Lindners Liberallalas haben sich auch zur Wahl gestellt. Sie liegen unterhalb der Ein-Prozent-Marke. Das sagt im Grunde genommen alles.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment