Keine Morales-Kandidatur bei nächster Wahl
Keine Morales-Kandidatur bei nächster Wahl
Datum: 21.02.2020 - 10:44 Uhr
Der Sozialist Evo Morales war fast 14 Jahre Präsident Boliviens. Erstmalig wurde er bei der Wahl 2005 zum Präsidenten gekürt. Vier Jahre später wurde er wiedergewählt, die bolivianische Verfassung lässt eine einmalige Wiederwahl des Präsidenten vor. Weil Morales, wie viele Sozialisten, aber so großen Gefallen an der Macht fand, ließ er sich auch 2014 wiederwählen. Schon damals rumorte es im Land. Als er aber im Vorjahr sogar noch für eine vierte Amtszeit kandidierte, hatte er den Bogen überspannt. Um das für ihn angestrebte Ergebnis zu erzielen, wurde die Stimmenauszählung manipuliert. Morales erklärte sich selbst zum Wahlsieger, hatte aber nicht mit dem Widerstand der Opposition und der Bolivianer gerechnet.
Die nämlich machten auf der Straße mobil, demonstrierten massiv gegen Morales und forderten seinen Rücktritt. Morales wollte die Straßen vom Militär belagern lassen, um die Demonstrationen zu ersticken. Doch das Militär machte ihm ein Strich durch die Rechnung, erklärte sich mit den Demonstranten solidarisch, verbündete sich mit dem Volk und forderte Morales auf, von seinem Amt zurückzutreten. Der faselte zwar noch etwas von einem Putsch, musste aber letztlich erkennen, dass er keinen Rückhalt mehr hat. Um einem Strafverfahren und einer Gefängnisstrafe zu entgehen, machte sich Morales erst Richtung Mexiko aus dem Staub, bevor er im vergangenen Dezember sein Exil nach Argentinien verlegte.
Eine Rückkehr in die bolivianische Politik, so wie er es mit seinem Antrag sich vorgestellt hat, wird es für Morales nicht geben. Sollte er nach Bolivien zurückkehren, drohen im mehrere Jahre Haft wegen Wahlbetrug und zahlreicher weiterer Delikte.
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