Keine Illumination des Brandenburger Tors in den Farben Russlands
Keine Illumination des Brandenburger Tors in den Farben Russlands
Datum: 04.04.2017 - 08:16 Uhr
Gestern wurde bei einem Bombenanschlag auf die Metro in Sankt Petersburg elf Menschen auf brutalste Art aus dem Leben gerissen. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen handelt es sich um einen islamisch motivierten Terroranschlag. Der Attentäter soll, so schreibt es die »Zeit« mit Berufung auf Meldungen der AFP und des kirgisischen Geheimdienst, aus dem zentralasiatischen Kirgistan stammen. Der 23-jährige soll Verbindungen ins radikalislamistische Milieu gehabt haben, heißt es in den Meldungen.
Bei Terroranschlägen mit ähnlichem Hintergrund zeigte sich Berlin relativ zeitnah mit den Opfern solidarisch und illuminierte das Wahrzeichen der Stadt, das Brandenburger Tor, in den jeweiligen Landesfarben des Anschlagsortes. Das galt für die Anschläge in Nizza, London, Jerusalem und auch Istanbul. Innerhalb kürzester Zeit wurde so der Terroropfer gedacht und sowohl der Solidarität wie auch der Anteilnahme Ausdruck gegeben.
Bei dem Terroranschlag in Berlin am 19. Dezember 2016 tat sich der Rot-Rot-Grüne Senat sehr schwer damit, das richtige Maß an Trauer und Aufklärung zu finden. Der passende Umgang mit den Opfern und deren Angehörigen ist den Regierungspolitikern nicht gelungen. Zumindest aber haben sie, wenn auch erst auf Druck, das Brandenburger Tor in den Farben Deutschlands und der Stadt Berlin erleuchten lassen.
Doch den Opfern in Sankt Petersburg wird auf diese symbolträchtige Art nicht gedacht. Das Brandenburger Tor blieb gestern Abend blass. Es gab keine Illumination in den russischen Landesfarben. Begründet wurde dieses Versagen eines Zeichens der Solidarität und Anteilnahme damit, dass ausschließlich bei Anschlägen in sogenannten Partnerstädten das Wahrzeichen beleuchtet werden solle. Das ist eine fadenscheinige Ausrede und darüber hinaus glatt an der Wahrheit vorbei.
Denn nach dem Anschlag auf einen bei Homosexuellen sehr beliebten Nachtklub in Orlando, bei dem 49 Menschen ihr Leben verloren, wurde das Brandenburger Tor in den Farben der Regenbogenfahne, dem Symbol der homosexuellen Bewegung, erhellt. Auch Jerusalem ist keine Partnerstadt Berlins. Und doch erstrahlte das Tor nach dem Anschlag Anfang Januar 2017 in den Farben Israels.
Aber für die russischen Opfer hält der R²G-Senat eine solche Geste der Anteilnahme offensichtlich nicht für angemessen.
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