Keine Hinweise auf Gräueltaten in Aleppo
Keine Hinweise auf Gräueltaten in Aleppo
Datum: 15.12.2016 - 09:12 Uhr
Über vier Jahre hielten islamistische Terroristen der ehemaligen Al-Nusra-Front die Millionenstadt Aleppo in ihren Klauen. Sie drangsalierten, vertrieben und mordeten die Zivilbevölkerung der Stadt und setzten die blutige Rechtsprechung der Scharia in der Stadt durch. Wie viele Menschen diesem Terror zum Opfer fielen, ist aktuell noch nicht bekannt.
Für deutsche Qualitätsmedien scheinen diese Opfer auch nicht von größerer Bedeutung zu sein. Sie stürzen sich mit Eifer auf die Meldung, wonach angeblich Soldaten der syrischen Armee Gräueltaten an 82 Zivilisten nach Befreiung der letzten von den Terroristen gehaltenen Stadtteilen verübt haben sollen.
Ban Ki Moon, Noch-UN-Generalsekretär, zeigte sich beunruhigt über die Lage in Aleppo und gab an, dass es nicht verifizierte Berichte über Gräueltaten gegen Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, aus Aleppo gebe. Eine unabhängige Prüfung dieser Berichte sei allerdings nicht möglich, musste ein Sprecher des UN-Hochkommissariats einräumen.
Das hinderte die deutschen »Qualitätsmedien« jedoch nicht daran, diese relativ wenig belastbaren Aussagen als Fakt darzustellen und umfangreich von den Gräueltaten zu berichten. Nun stellt sich aber heraus, dass die unabhängigen Hilfsorganisationen keine Kenntnisse über derartige Vorfälle haben. Und auch eine in Syrien tätige türkische Journalistin widerspricht den Meldungen über diese Taten.
Hediye Levent berichtet seit mehreren Jahren aus Syrien und ist mit den Gegebenheiten und Gepflogenheiten des Landes bestens vertraut. Meldungen über Gräueltaten liegen ihr nicht vor. Sie erhält eigenen Angaben zufolge täglich Meldungen, Aufnahmen, Berichte und Erzählungen aus Aleppo. Die Stadtbewohner dort fühlten eine »große Erleichterung im Zusammenhang mit der Befreiung.«
Auch der Sprecher des Versöhnungsministeriums Syriens, Fadi Ismail, hat keine Anhaltspunkte über derlei Taten vorliegen. Er bezeichnet derartige Meldungen westlicher Medien als haltlos. Wäre es zu solchen Vorfällen gekommen, so lägen auch entsprechende Beweise vor, so Ismail. Fakt ist aber, dass die syrische Armee von den Zivilisten wie Befreier begrüßt werden.
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