Keine Fortsetzung von Rot-Grün in Niedersachsen
Keine Fortsetzung von Rot-Grün in Niedersachsen
Datum: 16.10.2017 - 07:35 Uhr
Die Auszählung der Stimmen in Niedersachsen dauerte, wie schon 2013, wieder einmal etwas länger. Erst gegen Mitternacht stand fest, dass für die bisherige Landesregierung aus SPD und Grünen das Ende der Fahnenstange erreicht war. Zwar bescherten die Niedersachsen der SPD von Stephan Weil ein Ergebnis, dass dem permanenten Abwärtstrend der Partei komplett widersprach; da sich aber der Stimmenzuwachs fast ausschließlich aus Wechselwählern von den Grünen, dem bisherigen Koalitionspartner, rekrutierte, blieb am Ende des Tages eben nicht mehr als ein respektables Ergebnis für Stephan Weil. Doch für eine Fortsetzung von Rot-Grün reicht es vorne und hinten nicht.
Es war eine im engeren Sinne wirkliche Landtagswahl, die sich im Wahlkampf nahezu komplett auf das Duell zwischen Weil und seinen Kontrahenten Bernd Althusmann von der CDU reduzierte. Einflüsse aus der Bundespolitik spielten kaum eine Rolle. Doch diese Reduktion auf den Zweikampf der Platzhirsche CDU und SPD machte es für die anderen Parteien schwer, ihre Argumente beim Wähler zu platzieren.
Darunter litten insbesondere die Grünen, für die zudem auch der Fukushima-Effekt, der ihnen 2013 ein Rekordergebnis erbrachte, wegfiel. Sie verloren satte fünf Prozent, dieser Verlust ist gleichbedeutend mit dem Aus für rot-grüne Regierungspläne. Doch auch die FDP musste Verluste von fast Zweieinhalb Prozent verzeichnen. Für die Linkspopulisten der mehrfach umbenannten SED reichte es wieder einmal in einem westdeutschen Flächenland nicht. Sie dürfen sich in den kommenden Jahren die Sitzungen des Landtags von den Gästerängen anschauen.
Die AfD trat seit ihrer Gründung vor rund viereinhalb Jahren zum 14. Mal bei einer Landtagswahl an und schaffte zum vierzehnten Mal den Einzug in das Parlament. Damit findet eine in Deutschland noch nie dagewesene Erfolgsgeschichte ihre Fortsetzung. Doch die landesweite Zuspitzung auf die Frage »Althusmann oder Weil« kostete die AfD einen höheren Stimmenanteil.
Das vorläufige amtliche Endergebnis im Überblick:
- CDU: 33,6 Prozent (minus 2,4 Prozent) - 50 Sitze
- SPD: 36,9 Prozent (plus 4,3 Prozent) - 55 Sitze
- Grüne: 8,7 Prozent (minus 5 Pprozent) - 12 Sitze
- FDP: 7,5 Prozent (minus 2,4 Prozent) - 11 Sitze
- Links: 4,6 Prozent (plus 1,5 Prozent) - Fünf-Prozent-Hürde verfehlt
- AfD: 6,2 Prozent (plus 6,2 Prozent) - 9 Sitze
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