Kein Sieger im zweiten TV-Duell um die US-Präsidentschaft

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Kein Sieger im zweiten TV-Duell um die US-Präsidentschaft
Datum: 10.10.2016 - 13:20 Uhr

Die Zahl der vor der Wahl zum US-Präsidenten unschlüssigen Bürger nimmt nach dem zweiten TV-duell zwischen den beiden Kandidaten Hillary Clinton (Demokraten) und Donald Trump (Republikaner) deutlich zu. Während in der vergangenen Woche noch 92 Prozent der Befragten sich in ihrer Entscheidung klar waren (47,5 Prozent Clinton, 45 Prozent Trump), überspringt dieser Wert aktuell nur noch mit Mühe die 90-Prozent-Marke. Fast zehn Prozent der Befragten sprechen sich laut der Erhebung bei »Real Clear Politics« weder für Clinton noch für Trump aus.

»Schuld« daran dürften die beiden Protagonisten selbst sein. Während Clinton ein ums andere Mal von den Wikileaks-Veröffentlichungen und den Verstrickungen ihres Familien-Clans in zweifelhafte Machenschaften mit Saudi-Arabien in Erklärungsnot gerät, fällt aktuell ein Video aus dem Jahr 2005 Trump auf die Füße. Damals hatte er sich, noch weit von seinen gegenwärtigen politischen Ambitionen entfernt, in einem Gespräch mit dem Moderator Billy Bush abfällig über Frauen geäußert. Dieses elf Jahre alte Video wurde nun aus der Mottenkiste ausgepackt, um Trumps Ambitionen zu erschüttern.

Die Verbindungen des Clinton-Clans zu Geschäftsleuten und politischen Machthabern in Saudi-Arabien ist hingegen ein permanenter, dauerhafter Schatten über ihre Kandidatur. Zumal die US-Regierung nach dem von Saudi-Arabien zu verantwortenden Massaker im Jemen mit über 140 Toten auf weitere Distanz zu den wahhabbitsichen Machthabern in Riad geht. Dies ist nun bereits der zweite diplomatische Schritt entgegengesetzt zu einer Annäherung, nachdem vor einigen Wochen ein US-Gericht Schadenersatzforderungen gegen Saudi-Arabien wegen dessen Verantwortung bei den Terroranschlägen von »9/11« für zulässig erklärt hat.

Der Clinton-Clan steht seit vielen Jahren in sehr guten Geschäftsbeziehungen mit dem arabischen Königshaus. Darüber hinaus trägt Saudi-Arabien ein Fünftel der Kosten für die derzeitige Präsidentschaftskampagne von Hillary Clitnon.

Da sich keiner der beiden Kandidaten in diesem Wahlhampf bisher positiv darzustellen wusste, sprechen die Medien weltweit vom schmutzigsten Wahlkampf aller Zeiten - und krisitiseren gleichsam beide Portagonisten. Lediglich die deutschen Qualitätsmedien weichen davon deutlich ab und berichten weitesgehend einseitig zu Gunsten Clintons.

Sven von Storch

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