Kein Regenbogen-Stadion in München

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Kein Regenbogen-Stadion in München
Datum: 22.06.2021 - 10:08 Uhr

Diese Fußballeuropameisterschaft wird den Menschen mutmaßlich als ein Spektakel in Erinnerung bleiben. Zwar nicht als ein sportliches Spektakel mit hochklassigen Spielen und euphorisierten Zuschauern in vollen Stadien - das verhindern ja die Notlügen-Bestimmungen in einigen Ländern. Dafür aber wird diese EM als die wahrscheinlich am stärksten politisch beeinflusste internationale Fußballveranstaltung aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingehen. Unter anderem auch wegen der Kniefälle vor der kriminellen »Black lives matter«-Bewegung, wie sie die Auswahlen von England und einigen anderen Nationen vor Anpfiff zelebrieren - sehr zum Unwillen eines großen Teils der eigenen Fans.

Der Deutsche Fußballbund (DFB) hatte sich politisch bisher weitgehend bei irgendwelchen Gesten zurückgehalten; mit der Ausnahme, dass Manuel Neuer, millionenschwerer Angestellter der Fußballabteilung einer in Süddeutschland ansässigen Aktiengesellschaft (der sein Geld dafür erhält, Bälle mit den Händen zu fangen oder anderen Körperteilen abzuwehren), als Kapitän der DFB-Auswahl unbedingt in den vergangenen Spielen eine Regenbogen-Armbinde tragen wollte statt der bisherigen Armbinde. Der europäische Fußballverband UEFA leitete deswegen auch ein Prüfverfahren ein, weil politische Kundgebungen den Statuten der UEFA widersprechen. Sie stellte das Verfahren aber nach einigen Stunden ein und argumentierte, dass das Tragen dieser Armbinde eher ein persönliches Statement Neuers ist und er für sein Outing nicht belangt werden könne.

Ganz anders sieht es die UEFA allerdings hinsichtlich des Versuches des DFB, auf großer Ebene zu politisieren. Der wollte nämlich das gesamte Stadion morgen vor dem Spiel gegen Ungarn in den Regenbogenfarben aufleuchten lassen. Angeblich als Zeichen gegen die Politik des dortigen Regierungschefs. Dieses Unterfangen aber ist von der UEFA komplett ausgebremst worden. Beim DFB hatte man nämlich in seiner Großmannssucht übersehen, dass man nicht selbst Chef der Veranstaltung ist, sondern dass der Wettbewerb »Fußballeuropameisterschaft« heißt - und da ist nun einmal die UEFA der Boss und bestimmt die Spielregeln: »Die Uefa ist gemäß ihrer Satzung eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieses speziellen Antrags – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen nationalen Parlaments abzielt – muss die Uefa diesen Antrag ablehnen«, schreib man dem DFB und auch Markus Söder von der CSU ins Poesiealbum.

Sven von Storch

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