Kein Ende des BER-Chaos

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Kein Ende des BER-Chaos
Datum: 13.10.2021 - 10:58 Uhr

Am vergangenen Wochenende wollten viele Menschen aus Berlin, Brandenburg und anderen Regionen die Herbstferien nutzen und von Berlin aus in den Urlaub fliegen. Sie hatten allerdings ihre Rechnung ohne den völlig falsch konzipierten Flughafen BER in Schönefeld gemacht. Dort dauert nämlich die Abfertigung dermaßen lange, dass viele potenziellen Fluggäste schlicht und ergreifend ihre gebuchten Flüge verpasst haben. Dei Lufthansa hat daraufhin ihre Reisenden darum gebeten, sich vier(!) Stunden vor der avisierten Abflugzeit am Flughafen einzufinden, selbst für innereuropäische Flüge oder Mittelstreckenflüge wie zu den Kanarischen Inseln.

Zum Vergleich: die empfohlene Zeit für Mittelstreckenflüge liegt, je nach Flughafen und Fluggesellschaft, bei einer bis eineinhalb Stunden. In Tegel waren für dies Flüge in der Regel 45 Minuten vor Abflug als Check-In-Zeit vorgesehen. Lediglich bei Interkontinentalflügen oder bei Flügen mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen (wie zum Beispiel Flüge nach Israel) sind drei oder sogar vier Stunden »Vorlauf« oftmals vorgegeben. Aber nicht bei Flügen von einem mit einem durchdachten Konzept erbauten Flughafen zu Zielen rund ums Mittelmeer oder eben die Kanarischen Inseln.

Unübertroffen hinsichtlich einer kurzen Check-In-Zeit wird aber für alle Ewigkeit wohl der sogenannte EU-Shuttle vom Flughafen Tempelhof nach Brüssel bleiben. Die damals auf dieser Strecke operierende Fluggesellschaft gab vor, dass lediglich 15(!) Minuten Vorlauf für Reisende mit Handgepäck absolut ausreichend seien. Nun ja, Tempelhof war ja bei Planung und Bau auch entsprechend auf schnelle Abfertigung ausgelegt.

Ganz anders eben als der BER. Da herrschte bereits vor dem ersten Spatenstich Chaos, das sich über die gesamte Bauzeit, die sich mehrfach verlängerte, hinzog und das auch jetzt, nach Inbetriebnahme sich offensichtlich nicht legen wird.

Ein um seinen Flug geprellter Berliner brachte das Chaos in der für Berliner typisch drastischen Mundart kurz und prägnant zum Ausdruck: »Abreißen und zuschei*en dit Janze!«

Sven von Storch

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