Kein Einzelfall_ Hilferuf der Hamburger Polizei
Kein Einzelfall_ Hilferuf der Hamburger Polizei
Datum: 27.10.2017 - 09:15 Uhr
Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund, warnt schon seit Monaten und Jahren eindringlich vor der Überbelastung der deutschen Polizisten. Vor den Wahlen zeigte man sich bei den Politikern dann auch eifrig und beflissen, versprach, sich des Themas anzunehmen und mehr in die innere Sicherheit zu investieren. Allerdings folgten diesen hehren Worten in unschöner Regelmäßigkeit keine Taten. Schlimmer noch: wenn Änderungen eintraten, dann meistens zu Lasten der inneren Sicherheit. Stellen bei der Polizei wurden abgebaut respektive nicht wieder besetzt. Doch die Aufgaben wurden mannigfaltiger, die Anforderungen höher.
Hamburg meldet jetzt »Land unter«. Jan Reinecke, Chef des BDK in Hamburg, schickt einen dramatischen Hilferuf und gibt offen zu: »Wir sind am Ende!« Wegen der Krawalle und bürgerkriegsähnlichen Ereignisse rund um den G20-Gipfel in der Hansestadt sei jeder zehnte Kriminalbeamte für die Sonderkommission »Schwarzer Block« abgeordnet worden. Doch bereits zuvor seien die Stellen im Verlauf der letzten Jahre so stark reduziert worden, dass viele Einheiten ohnehin schon Spitz auf Knopf aufgestellt waren. Ressourcen, die abgezogen werden konnten, gab es im Grunde genommen nicht.
Daraus resultiert, dass allein in Hamburg im Betrugsdezernat in diesem Jahr etwa 5.000 Fälle nicht bearbeitet werden und liegen bleiben. Doch die Fristen laufen. Auch in den anderen Dezernaten knirscht es. Die allermeisten Dienststellen seien inzwischen personell »ausgepresst«, sagt Jan Reinecke in einem Beitrag auf den Seiten des »BDK«. Mittel- und langfristig werden auch die Bürger diese Mängel an Personal und Ausstattung deutlich spüren werden.
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