Katar will Regenbogen-Fahnen bei Fußball-WM beschlagnahmen
Katar will Regenbogen-Fahnen bei Fußball-WM beschlagnahmen
Datum: 05.04.2022 - 09:28 Uhr
Die kommende Fußballweltmeisterschaft wird im November in Katar ausgetragen. Katar ist ein muslimisches Land. Im Koran wird Homosexualität unter Strafe gestellt. Das ist in Katar nicht anders als in anderen Staaten, in denen der Koran Staatsräson ist. Gefängnisstrafe ist noch das kleinste Übel, das einem wegen Homosexualität Verurteilten widerfahren kann. Auch die Verhängung der Todesstrafe ist gemäß der Gesetzgebung in Katar in derlei Fällen möglich. Nicht zuletzt wegen dieses Mangels an Toleranz, sondern auch wegen der zahlreichen anderen Menschenrechtsverletzungen, unter anderem der de facto Sklavenhaltung der ausländischen Arbeiter beim Bau der Stadien, steht Katar im Fokus der Kritik von Menschenrechtsgruppen. Die Scheichs in Katar lassen sich davon allerdings nicht beeindrucken. An ihnen perlt jede Meinungsäußerung in dieser Richtung einfach ab.
Im Gegenteil: bei nahezu jeder sich bietenden Gelegenheit zeigen die katarischen Scheichs, wie wenig Bedeutung sie der westlichen Toleranz insbesondere beim Thema Homosexualität entgegenbringen. So hat jetzt der katarische Sicherheitsverantwortliche, Generalmajor Abdulasis Abdullah Al Ansari, gegenüber der Presse erklärt, dass für den Fall, dass ein Fan bei der WM eine Regenbogenfahne zeige, diese ihm weggenommen würde. Das mache Al Ansari nach eigenem Kundtun selbstverständlich nicht, »weil ich sie wirklich nehmen will, um ihn zu beleidigen, sondern um ihn zu schützen.«
Bei der vergangenen Fußballweltmeisterschaft in Russland tat sich die DFB-Auswahl weniger durch sportliche Leistungen hervor, sondern verlegte sich auf das politische Parkett. Unter anderem trug Torwart Neuer als Kapitän eine Regenbogenbinde. Bei englischen Buchmachern werden Wetten darüber angenommen, ob Neuer auch in Katar eine Regenbogenbinde tragen wird.
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