Katar setzt sich mit Erhöhung der Gaslieferungen gegen Isolation zur Wehr
Katar setzt sich mit Erhöhung der Gaslieferungen gegen Isolation zur Wehr
Datum: 11.07.2017 - 07:59 Uhr
Der Streit um Katar und dessen angebliche Hilfe und Unterstützung terroristischer Gruppen hat, und das wird immer deutlicher, nicht zuletzt knallharte wirtschaftliche Hintergründe. Das Emirat hat das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und verfügt über die größten Erdgasreserven auf dem Globus. Die Nachfrage nach Erdgas vom Typ LNG steigt weltweit immer mehr und zielt darauf, langsam aber stetig Erdöl als Energieträger zu verdrängen. Zudem stagniert der Erdölpreis seit Jahren, ist seit 2011 teilweise sogar rückläufig.
Mit der Volksrepublik China und Indien haben zwei rasant wachsende Wirtschaftsmärkte ihre Nachfrage nach LNG deutlich erhöht und 27 Millionen Tonnen (CHN) respektive 20 Millionen Tonnen (IND) erhöht. Wie eine Shell-Studie zeigt, hat sich die Zahl der LNG-importierenden Länder aktuell auf 35 respektive 39 erhöht, während zum Jahrhundertwechsel gerade einmal zehn Länder an LNG interessiert waren. Von dieser gestiegenen Nachfrage profitiert unter anderem auch Katar.
Die Besonderheit an LNG zum regulären Erdgas ist die Beförderungsart. Während das reguläre Erdgas per Pipeline vom Produzenten zum Abnehmer transportiert wird, ist LNG bei Minus 160°C heruntergekühltes und dadurch flüssig gewordenes Erdgas, dass per Containerschiff zu den Abnehmern transportiert wird. Das erhöht natürlich die Flexibilität, denn anders als eine Pipeline kann ein Schiff rasch den Kurs ändern.
All diese Faktoren sprechen für Katar; und das ärgert den großen Nachbarn Saudi-Arabien. Nicht zuletzt deswegen tauchen immer wieder neue aus dem Königreich lancierte Vorwürfe gegen und Forderungen an Katar auf. Doch noch bleibt das kleine Emirat standhaft und weist weiterhin alle Vorwürfe als Propaganda zurück.
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