Karnevalsverein in Kandel wollte bunte Menschenkette bilden
Karnevalsverein in Kandel wollte bunte Menschenkette bilden
Datum: 11.01.2018 - 08:13 Uhr
In Dessau liefen jüngst ein paar Tausend schwarze und schwarz vermummte »Demonstranten« fast Hand in Hand durch die Innenstadt, um des ungeklärten Todes eines Asylbewerbers aus Sierra Leone von vor 13 Jahren zu gedenken. Aus den Reihen der Kundgebung wurde immer wieder vorgetragen, dass der Mann angeblich Opfer von Polizeigewalt wurde und er ermordet worden sei. Fakt ist, dass er in einer Verwahrungszelle der Polizei bei einem Feuer ums Leben kam. An seinen Tod wird erinnert. Regelmäßig. Dass der Mann bei seiner Festnahme und wenige Stunden vor seinem Tod unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand, wird bei diesen »Erinnerungen« geflissentlich außer Acht gelassen. Hier geht es darum, einem vermeidlichen Opfer zu gedenken.
Vor wenigen Tagen wurde die 15-jährige Mia in einem Drogeriemarkt in Kandel von einem afghanischen »Flüchtling« mit einem Messer bestialisch gemordet. Von den regionalen oder gar überregionalen politischen Vertretern der Altparteien war kein Wort der Anteilnahme zu hören. Schlimmer noch: der Gedenkzug durch den Ort, dem sich eine Vielzahl von Bürgern der Gemeinde schweigend anschlossen, wurde von einer instrumentalisierten Truppe gestört, die am Ort des grausamen Mordes für ein »buntes« Kandel skandierte.
Der Karnevalsverein von Kandel erreichte jetzt auf der Skala der Pietätlosigkeit sogar noch eine weitere Stufe. Er rief dazu auf, ein »Zeichen zu setzen« und am 14. Januar eine Menschenkette mit »bunten Fähnchen« zu bilden. Aber nicht etwa, um dem gemordeten Mädchen zu gedenken. Nein, ganz und gar nicht. Denn für den Karnevalsverein ist dieser Mord laut Aufruf ein tragisches Ereignis. Dieser Verein rief zu dieser Veranstaltung auf, um mit den bunten Fähnchen und der guten Laune zu belegen, dass Kandel »bunt« sei.
Allerdings haben die Narren nicht damit gerechnet, dass sich langsam aber sicher der gesunde Menschenverstand in diesem Land Bahn bricht. Denn der Aufschrei der Empörung gegen das Ansinnen dieses Vereins hallte durch alle Medien. Der Aufruf wurde von den Seiten des Vereins genommen, die Facebook-Seite wurde vorübergehend stillgelegt.
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