Karnevalskostüme bedienen alte, stereotype Bilder
Karnevalskostüme bedienen alte, stereotype Bilder
Datum: 26.02.2019 - 09:17 Uhr
Ganz langsam nähert sich das Finale der Karnevalssaison. In den Hochburgen Düsseldorf, Köln und Mainz wie auch vielen anderen Städten bereitet man sich auf die Prunk- und Stunksitzungen sowie die Umzüge am kommenden Rosenmontag vor. Für die vom Karneval begeisteten Menschen gehören selbsverständlich auch Verkleidungen und Kostüe genau so zum Karneval wie die Büttenrede oder die »Kamellen«, die Bonbons, die beim Festumzug vom Wagen in die Zuschauer verteilt werden.
Deutschland wäre aber nicht Deutschland, gebe es da nicht auch jemanden, der sich über die Verkleidungen zwangsempören müsste. Die Kölner Afrikanistik-Professorin Marianne Bechhaus-Gerst warnt davor, sich als Phantasie-Afrikaner mit Baströckchen und Knochenkette zu verkleiden. Damit würde man, so Bechhaus-Gerst, »alte, stereotype Bilder bedienen«. Das sei zwar noch kein Rassismus, es seien aber »rassistische Verkleidungen«, so die Dame. Betroffene Personen könnten sich dadurch reduziert fühlen, sagt sie.
Einige Faschingsgesellschaften haben schon nähere Bekanntschaft mit den »reduzierten, betroffenen Personen« gemacht. Vor zwei Jahren musste der Motivwagen der Fuldaer Karnevalsgesellschaft »Neger vom Südend« unter Polizeischutz gestellt werden. Zuvor gab es massive Drohungen gegen den Wagen. Auch die »Frechener Negerköpp« haben nach massiven Drohungen gegen ihren Verein im vergangenen Sommer nach über 40 Jahren Vereinsbestand ihren Namen geändert. Zudem wird man jetzt nicht mehr schwarz geschminkt auftreten, sondern stattdessen in Tierkostümen.
Die »außerplanmäßige Professorin für Afrikanistik« Marianne Bechhaus-Gerstauch an der Universtität zu Köln hält auch Vorträge. Eine Themengruppe sind der Rassismus und das »kritische Weißsein«.
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