Karl III. folgt auf Elizabeth II
Karl III. folgt auf Elizabeth II
Datum: 09.09.2022 - 08:59 Uhr
Über 70 Jahre stand Königin Elisabeth II. an der Spitze der britischen Monarchie. Sie prägte die Geschicke der Windsors (ein Künstlername; der »eigentliche« Name der jetzigen Königsfamilie ist »Sachsen-Coburg und Gotha«) und führte die immer wieder durch Skandale angeschlagenen »Royals« mehr oder weniger geschickt durch unruhige Zeiten. Am gestrigen frühen Abend hörte nach über 96 Jahren ihr Herz auf zu schlagen. Das ist bei einer Frau in ihrem Alter nicht ungewöhnlich. Doch das Ende des Schlagens jenes Herzens ist mehr als nur ein Ableben; es ist eine Zäsur.
Ihr Sohn Charles übernimmt als König Karl III. das Zepter; seine offizielle Inthronisierung erfolgt am heutigen Morgen. Eins ist bereits vorab klar: er wird keine 70 Jahre auf dem Thron bleiben. Elisabeth bestieg 1952 als junge Frau von nicht einmal 27 Jahren den Thron; Charles hingegen ist bereits 73 Jahre alt.
Es wird Änderungen geben, geben müssen. Manche werden offensichtlich sein, andere hingegen werden erst auf den zweiten Blick deutlich werden. Aus dem überall verbreiteten lateinischen Schriftzug »EIIR« (Elizabeth II Rex) wird nach und nach »CIIIR«. Die Pfund-Noten, auf deren einee Seite traditionell der Monarch abgebildet ist, wird ein neues Konterfei zieren. Das gilt analog auch für die Briefmarken der »British Mail«.
Die Nationalhymne bedarf einer Änderung. Nun hat Gott den König zu schützen, nicht mehr die Königin. Ob das aber nach 70 Jahren »God save the Queen« so reibungslos über die Bühne geht, darf bezweifelt werden.
Vor allem aber erwarten die Politikwissenschaftler immense Auswirkungen durch das Ableben von »QE2«. Elizabeth stand für Kontinuität und für Stabilität. Sie hielt das Vereinigte Königreich zusammen. Diesen verbindenden Charakter spricht man ihrem Sohn Charles ab. Der Tod von Elizabeth könnte der Abgesang auf das Vereinigte Königreich sein und den Autonomiebestrebungen in Schottland sowie den Wiedervereinigungsbestrebungen in Nordirland mit der Republik Irland neuen Auftrieb geben. Karl III. tritt ein schweres Erbe an.
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