Kardinal Pell kritisiert Papst Franziskus aus dem Gefängnis

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Kardinal Pell kritisiert Papst Franziskus aus dem Gefängnis
Datum: 27.08.2019 - 11:42 Uhr

Er ist nicht zum Schweigen zu bringen: inhaftierter Kardinal George Pell [Freie Welt berichtete] kritisiert Papst Franziskus in einem offenen Brief – aus dem Gefängnis.

Der Brief thematisiert die Amazonas-Synode, die im Oktober in Rom stattfinden soll, und bezieht sich auf die Verwirrung, die von diesem Bischofstreffen bereits im Vorfeld ausgeht.

In dem Brief, der auf Twitter geposted wurde, bedankt sich Pell für die Gebete der Unterstützung und erklärte, er sei »beunruhigt« von den Vorbereitungen für die Synode.

Der Text des zweiseitigen handgeschriebenen Briefs wurden durch CNA veröffentlicht und im Internet verbreitet, wie The Tablet berichtet.

Pell erklärt: »Wir haben Grund zur Besorgnis wegen des Instrumentum Laboris der Amazonas-Synode…dies ist nicht das erste Dokument des Synodensekretariats, das eine minderwertige Qualität aufweist.«

»Hauptproblem […] ist die Tatsache der schlechten Begriffserklärung und der weitreichenden Wiederholung [schlecht definierter Begriffe]… Was soll der ‚synodale Weg‘ sein, was ‚nachhaltige Entwicklung‘? Was soll mit der ‚samaritanischen, missionarischen, synodalen, offenen Kirche‘ gemeint sein; mit einer ‚Kirche im Ausgang‘, der ‚Kirche der Armen‘, einer ‚Kirche des Amazonas‘ und anderer solchen Begriffe?«

»Ich bin kein Experte der Region,« fügte der Kardinal hinzu, »aber Amazonas hin oder her, in keinem Land kann die Kirche irgendwelche Verwirrung zulassen; vor allem keine Irrlehre, die der apostolischen Tradition schadet.«

»Wir müssen uns immer an die Einheit der Kirche erinnern, nicht nur im Sinne einer guten Familie, die zusammenhält, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, sondern weil die Kirche Christi in der Katholischen Kirche verwurzelt ist, die der Leib Christi ist,« fügte Pell hinzu.

Ob die Veröffentlichung des Briefs ein Fehlverhalten gegen Gefängnisregeln darstellt – die Insassen haben keinen Zugang zu Sozialen Kommunikationsmitteln oder die Möglichkeit Nachrichten durch dritte ins Internet zu bringen – wird derzeit von Behörden in Victoria (Australien) untersucht.

Der Twitter-Account @pellcardinal wurde im Nachhinein gelöscht.

Kardinal Pells Einspruch gegen seinen Schuldspruch wurde jüngst abgelehnt [Freie Welt berichtete], nun will er sich an den Obersten Gerichtshofs Australiens wenden.

Sven von Storch

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