Kandidat der Einheitsfront siegt in Nordhausen bei Oberbürgermeisterwahl
Kandidat der Einheitsfront siegt in Nordhausen bei Oberbürgermeisterwahl
Datum: 26.09.2023 - 12:00 Uhr
In Thüringen gehen die politischen Uhren manchmal etwas anders. Da werden auch schon einmal Wahlen korrigiert, wenn sie nicht das gewünschte Ergebnis bringen; auch wenn es sich dabei »nur« um die Wahl des Ministerpräsidenten des Landes gehandelt hatte. Die AfD hatte damals den Altparteien mit einem völlig legalen taktischen Meisterstück eine lange Nase gedreht, so dass nicht der von höchster Stelle ins Amt befohlene Kandidat gewählt wurde, sondern ein eher unbekannter Politiker aus den hinteren Reihen einer Kleinpartei. Das war nicht im Interesse der »Großen Vorsitzenden«, die sich aus fernen Landen einmischte und anordnete, dass die Wahl »rückgängig zu machen« sei. So funktioniert das Demokratieverständnis bei manchem im SED-Regime sozialisierten Zeitgeist.
Bei der Wahl zum Landrat von Sonneberg hat die AfD den Altparteien wieder eine lange Nase gedreht: im vergangenen Juni siegte Robert Sesselmann gegen den von den Altparteien aufgestellten Kandidaten Köpper. Dessen Fehler: er ging als ausgewiesener CDU-Mann ins Rennen.
Eine weitere Blamage wollten sich die Altparteien in Thüringen bei der Wahl zum Oberbürgermeister von Nordhausen nicht erlauben. In der ersten Runde zur Wahl schickten zwar alle teilnehmenden Parteien ihre eigenen Kandidaten ins Rennen, nominierten aber vollkommen unbekannte oder chancenlose Leute. Das Ergebnis der ersten Runde war vorhersehbar: bis auf den parteilosen Buchmann, der 2016 die Öko-Sozialisten verlassen hatte, scheiterten sie alle mehr oder weniger sang- und klanglos gegen den AfD-Kandiaten Jörg Prophet. Eine Stichwahl musste die Entscheidung bringen.
Alle Altparteien sprachen sich für »ihren« Kandidaten der Einheitsfront auf und forderten die Wähler auf, nach alter SED-Manier für ihren Wahlvorschlag zu stimmen. Tatsächlich funktionierte das dann auch. Zwar nicht wie früher mit 98,65 Prozent der abgegebenen Stimmen, aber 54,9 Prozent wurden für den Wahlvorschlag der Einheitsfront ausgezählt. Die »Große Vorsitzende« wird es freuen, dass es dieses Mal auf Anhieb geklappt hat und nicht schon wieder eine Wahl »rückgängig« gemacht werden musste.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment