Kambodscha schickt Plastikmüll zurück

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Kambodscha schickt Plastikmüll zurück
Datum: 18.07.2019 - 10:01 Uhr

Viele Industrienationen sind bei der Entsorung des Plastikabfalls in der Vergangenheit den billigen und einfachen Weg des Exports in Länder der dritten Welt gegangen. Statt das Plastik im Land selbst aufzuarbeiten um es wiederzuverwerten - eine technisch mögliche, aber relativ kostenintensive Angelegenheit - wurden Tonnen über Tonnen des Mülls auf Containerschiffe verladen und nach Westafrika und Südostasien verschifft. Allerdings wehren sich immer mehr dieser Länder, den Müll anzunehmen.

Aktuell hat ein Schiff mit Containern aus den USA und Kanada den kambodschanischen Hafen Sihanoukville angeluafen und wollte dort seine Ladung löschen. Die bestand aus etwa 1.600 Tonnen angeblicher Recycling-Abfälle. Bei einer Kontrolle durch die örtlichen Behörden wurde jedoch festgestellt, dass es sich um Plastikabfälle handelte. Die Entladetätigkeiten wurden sofort eingestellt, der Müll soll nach Aussagen des kambodschanischen Umweltministeriums in die Absendeländer zurückgeschickt werden.

Kambodscha sei kein Mülleimer, wo andere Länder ihren Schrott entsorgen können, sagte ein Sprecher des Ministeriums zu dem Vorgang. Der Müll wird in seine Ursprungsländer gesendet, die Transportfirma wird mit einer hohen Geldstrafe belegt, so der Sprecher.

Auch aus Deutschland gehen Jahr für Jahr etliche tausend Tonnen Plastikmüll auf eine Weltreise, unter anderem nach Nigeria, Guinea, Indonesien, Malaysia, die Philippinen und auch Kambodscha. Doch die meisten dieser Länder verweigern in der Zwischenzeit die Annahme. Die Merkel-Regierung muss sich also etwas einfallen lassen, wie man zukünftig des Platikmülls Herr werden will. Eine Aufarbeitung wäre technisch möglich, kostet aber.

Sven von Storch

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