Jugendaktionsraum am Berliner Alexanderplatz eröffnet
Jugendaktionsraum am Berliner Alexanderplatz eröffnet
Datum: 02.11.2017 - 09:37 Uhr
Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands - vor allem bei den Straftaten. Nirgendwo in der Republik werden pro Kopf so viele Straftaten begangen wie in Berlin. Spitzenreiter in dieser dramatischen Statistik ist der Berliner Alexanderplatz: er ist DER Kriminalitätsschwerpunkt überhaupt. Die Zahl der hier begangenen Straftaten lag im Jahr 2008 bei leicht über 4.000 pro Jahr. In 2015, dem Jahr des Wegfalls der Personenkontrollen an den deutschen Grenzen, wurden auf dem identischen Areal 8.644 Straftaten erfasst - mehr als eine Verdoppelung.
Vor allem kriminelle Jugendbanden, meist mit einem bestimmten Hintergrund, machen das Areal unsicher. Bei einer Umfrage im letzten Monat gaben fast 75 Prozent der Befragten zu, dass sie sich am Alexanderplatz nicht mehr sicher fühlen. Doch genau hier befindet sich der wichtigste Umsteigebahnhof im öffentliche Nahverkehr Berlins. Genau gezählt hat sie noch niemand, aber Schätzungen der BVG und dem Fahrgastverband der Bahn gehen davon aus, dass täglich rund 400.000 Passanten am »Alex« ein-, aus- und umsteigen. Ein Großteil von ihnen nutzt auch die Geschäfte rund um den Alexanderplatz. Nach dem Piccadilly Circus in London soll er der meistbesuchte Platz auf dem Globus sein.
Tagsüber bevölkern Hütchenspieler und Taschendiebe das Areal und suchen sich unter den zahlreichen Touristen ihre Opfer. Aber sobald die Dämmerung einsetzt, tauchen wie aus dem Nichts die kriminellen Jugendbanden auf und prügeln, rauben, morden. Um das jetzt einzudämmen, hat sich der R²G-Senat etwas ganz Tolles einfallen lassen: er hat einen Jugendtreff installiert - vor allem für junge Migranten. Den Jugendlichen soll vor Ort die Möglichkeit gegeben werden, sich zu treffen, sich beraten zu lassen und die Freizeit zu gestalten. Alles wird gut!
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment