Japan will 345.000 ausländische Arbeitskräfte anwerben
Japan will 345.000 ausländische Arbeitskräfte anwerben
Datum: 02.04.2019 - 10:39 Uhr
In Japan leben knapp 130 Millionen Menschen, fast jeder dritte Japaner ist älter als 64 Jahre. Die Alterserwartung mit 76,4 Jahren für Männer und 82,2 Jahre für Frauen ist die höchste auf unserem Erdball. Mit dieser an und für sich positiven Prognose sind aber auch erhebliche Probleme verbunden. Die immer älter werdende Bevölkerung muss versorgt und mitunter auch gepflegt werden. Doch dafür fehlen die entsprechenden Arbeitskräfte. Die japansiche Regierung will daher mit einem groß angelegten Anwerbekampagne im Ausland dagegen vorgehen.
Aus den benachbarten Ländern China, Indonesien, den Phillippinen und Vietnam sollen insgesamt 345.000 Arbeitskräfte angeworben werden. In einem ersten Schritt sollen zunächst 47.000 vor allem weibliche Arbeitskräfte für die Bereiche Altenpflege, Bau und Landwirtschaft angeworben werden. Bis zu fünf Jahre sollen diese mit einem Arbeitsvisum ausgestatteten »Gastarbeiter« im Land bleiben dürfen. Die Visa sind starken Restriktionen unterworfen. Für die Tätigkeiten in den einfachen Arbeitsgebieten ist keine Verlängerung des Visum vorgesehen. Nach fünf Jahren haben diese Arbeitskräfte Japan ohne Wenn und Aber wieder zu verlassen. Ein Familiennachzug innerhalb dieser fünf Jahre ist explizit untersagt.
In einem späteren Schritt sollen auch besser ausgebildete Spezialkräfte vor allem für die Bereiche Haus- und Schiffbau angeworben werden. Auch sie sollen zunächst ein Visum für fünf Jahre erhalten, dieses aber nach Ablauf unbegrenzt verlängern können. Die besser ausgebildeten Spezialkäfte sollen auch die Option haben, ihre Familien nachholen zu dürfen.
Derzeit leben etwa 1,5 Millionen ausländische Arbeitskräfte in Japan, insgesamt geht man von etwa 2,5 Millionen Ausländern im Land aus. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von etwa zwei Prozent (zum Vergleich: in Deutschland liegt der Bevölkerungsanteil der offiziell im Land lebenden Ausländern bei etwa 14 Prozent, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein).
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