Jahresendspurt im Donbas
Jahresendspurt im Donbas
Datum: 27.12.2024 - 10:08 Uhr
Das vierte und letzte Quartal des Jahres 2024 hat für Selenskij und seine Armee massive Verluste an Mensch, Material, Munition, Moneten und Gelände gebracht. Vor allem im mittleren Frontabschnitt im Donbas ist es für Selenskij und seine Soldaten ganz besonders dick gekommen. Jeden Tag mussten seine Truppen mindestens einen seit der Invasion 2014 von ihnen besetzten Ort räumen, meist waren es jedoch mehrere Orte, die an einem Tag geräumt wurden.
Auf diversen Karten ist insbesondere die Verschiebung der Frontlinie nach Westen im Bereich Donezk zu erkennen. Hier hat die russische Armee starke Verbände gebündelt und hat mit der eigenen Infanterie vorgezogene Positionen gesichert, in dessen »Schatten« sie schwere Feldartillerie sicher in Stellung bringen konnte. Mit der nimmt man gezielt die ausgebauten Verteidigungsstellungen von Selenskijs Armee so lange unter Beschuss, bis die Soldaten keine andere Option mehr haben, als die Stellungen zu räumen.
Nun steht der Großangriff auf die strategisch wichtige Stadt Pokrovsk unmittelbar bevor. Der Flugplatz im Süden der Stadt ist bereits von russischen Verbänden eingenommen worden. Die Frage ist, ob Selenskij wieder eine seiner berüchtigten Durchhalteparolen zum Halten der Stadt erlässt oder ob er die Zeichen der Zeit endlich erkannt hat - nämlich, dass er diesen Krieg nicht gewinnen kann. Für die Menschen im Land, vor allem aber für die jungen Männer an der Front, wäre es eine Erleichterung, wenn Selenskij endlich den Weg an den Verhandlungstisch fände.
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