Italiens neuer Innenminister will Rettungsschiffe abweisen
Italiens neuer Innenminister will Rettungsschiffe abweisen
Datum: 04.06.2018 - 11:45 Uhr
Für etliche selbsternannte Seenotretter war die von »Flüchtlingen« stark frequentierte Mittelmeerroute von Libyen nach Italien ein einträgliches Geschäft. Mit ihren angeblichen Rettungen und Hilfsdiensten konnten sie und ihre Organisationen Spendengelder und Subventionen generieren, die in Millionenhöhe gehen. Faktisch jedoch leisteten sie Schlepperdienste, begangen etliche Rechtsbrüche und konnten den Vorwurf, das sie Hand-in-Hand mit den Schlepperbanden arbeiteten, bis heute nicht entkräften.
Ganz im Gegenteil: mehrere Male unterlagen diese selbsternannten Helfer vor Gericht, als sie unterbinden wollten, dass man sie als Schlepper bezeichnete. Man darf sie also weiterhin als das bezeichen, was sie sind: Schlepper!
Doch der vernichtende Ruf dieser Organisationen tat ihrer Tätigkeit keinen Abbruch. Sie fuhren bis tief in die 12-Meilen-Seezone Libyens rein, um dort »Flüchtlinge« aufzunehmen und per Express nach Italien zu befördern. Die vorhergehende italienische Regierung sah diesem Treiben tatenlos zu, versorgte die Schiffe teilweise sogar mit Treibstoff und anderen Gütern.
Damit aber ist jetzt Schluss. Der neue italienische Innenminister Salvini hat angekündigt, dass er diese ominösen Rettungsschiffe abweisen wird. Sie sollen zukünftig weder Häfen auf dem italienischen Festland noch auf einer der Inseln anlaufen dürfen. Salvini kündigte vor seinem heutigen Besuch auf Sizilien, wo er sich von der Lage vor Ort selbst ein Bild machen will, seine Entscheidung an. Es handele sich nicht um Rettungsaktionen, sondern um Menschenschmuggel. Derlei Verbrechen werde er keinen Vorschub leisten.
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