Italien und Malta melden sich nicht
Italien und Malta melden sich nicht
Datum: 23.09.2020 - 09:58 Uhr
Bisher lief das Geschäftsmodell »Rettungskette« im östlichen Mittelmeer für Schleuser, Schlepper und ihre Helfer nahezu reibungslos. In einem Quellland werden junge, kräftige Männer gegen eine ordentliche Anzahlung in Empfang genommen, durch die Sahara bis an die Küste Libyens eskortiert, dort auf Kutter verfrachtet und in Richtung offene See gefahren. Knapp außerhalb der Seezone Libyens werden die jungen, kräftigen Männer dann auf im Schlepp befindliche hochseeuntaugliche Schlauch- oder Paddelboote verladen und den in unmittelbarer Nähe wartenden »Rettern« überlassen. Die nehmen die nun »Schutzsuchende« genannten Männer an Bord und eskortieren sie sicher in die EU. Zumindest war das bisher so.
Die Häfen von Italien und Malta waren die bevorzugten Anlaufziele der selbsternannten Seenotretter. Hin und wieder verweigerten diese Häfen die Anlandung der Schiffe und die Aufnahme der »Flüchtlinge«. Das sorgte dann in der Regel für politische bis sogar juristische Auseinandersetzungen, was zur Folge hatte, dass die Häfen die Schiffe anlanden lassen mussten. Jetzt aber verweigern sich die Häfen auf eine ganz andere Weise. Sie reagieren gar nicht mehr auf die Rufe der dubiosen Retter. Die müssen dann mehr oder minder direkt vor der Hafeneinfahrt auftauchen, um dann um Einlass nachzusuchen. Dort müssen sie dann warten, bis die administrativen Fragen geklärt sind und können erst dann einfahren. Das ist mit sehr viel Zeit verbunden. Zeit, die den »Rettern« für ihre nächste Eskortierung fehlt.
Vor allem dann, wenn, wie jetzt bei der von der EKD finanierten »Sea Watch 4«, die gesamte Besatzung wegen der Corona-Bestimmungen in Italien erst einmal in Quarantäne gegangen ist. Keine Schiffe - keine »Flüchtlinge«.
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