Italien sperrt Häfen für NGO-Schiffe
Italien sperrt Häfen für NGO-Schiffe
Datum: 08.08.2017 - 09:00 Uhr
Die »Ärzte ohne Grenzen« schippern mit dem Schiff »Prudence« seit Wochen und Monaten im Mittelmeer. Dabei befährt die Prudence verstärkt die Gewässer vor der libyschen Küste und »rettet« dort Schiffbrüchige, die dann stehende Fußes nach Italien befördert werden. Auch die Prudence steht im Verdacht der italienischen Behörden, mit den Schlepperbanden Hand in Hand gearbeitet zu haben. Weil dies auf zahlreiche andere NGO-Schiffe auch zutrifft, hat die italienische Regierung einen Verhaltenskodex entworfen, den die privaten »Seenotretter« zu unterzeichnen haben.
Doch einige dieser »Retter« weigern sich, den Kodex zu ratifizieren; so auch die Ärzte ohne Grenzen. Das hat zur Folge, dass Italien schlicht und ergreifend den grenzenlosen Ärzten ein paar Grenzen aufzeigt: die »Prudence« darf weder ihre »Geretteten« in Sizilien an Land bringen noch darf sie dort Vorräte aufnehmen und Treibstoff bunkern.
Die italienische Zeitung »Corriere della Sera« hat davon berichtet, dass die italienische Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Mitglieder von Ärzte ohne Grenzen wegen mutmaßlicher Begünstigung von illegaler Einwanderung eingeleitet habe. Sollte sich diese Meldung bestätigen, besteht die relativ hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch die Prudence beim nächsten Anlaufen eines italienischen Hafens von den Behörden beschlagnahmt wird.
Zeitgleich mit dem zeitweiligen Verlust zweier »Rettungsschiffe« mehren sich die Meldungen, dass die libysche Küstenwache Menschen auf der Mittelmeerroute aufgreift und direkt nach Libyen zurück bringt. In den letzten beiden Tagen wurden so fast 1.000 Migranten abgefangen und zurück an Land gebracht.
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