Italien schickt Kriegsschiff in libysche Gewässer

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Italien schickt Kriegsschiff in libysche Gewässer
Datum: 03.08.2017 - 06:17 Uhr

Bisher lag eine große Herausforderung im Kampf gegen den Menschenschmuggel und den Schlepperbanden an der libyschen Küste und der sich anschließenden Seezone darin, dass Libyen die Befahrung dieser Region den Schiffen anderer Länder untersagte. So hatten die Schlepper leichtes Spiel und konnten etliche ihrer seeuntüchtigen Boote mit Migranten aus Nord- und Zentralafrika sowie aus asiatischen Regionen voll stopfen und Richtung offenes Meer in Bewegung setzen. Die zahlenmäßig dünn besetzte libysche Küstenwache war hoffnungslos überfordert und konnte weder dem Zuwasserlassen der Boote Paroli bieten noch konnte sie unterbinden, dass zahlreiche Schiffe von regierungsunabhänigen Organisationen (NGO) direkt unter der libyschen Küste kreuzten, um dort »Schiffbrüchige« aufzunehmen und nach Italien zu eskortieren.

Offensichtlich aber ist man in Italien nicht länger gewillt, sich von Schleppern und den mit ihnen quasi Hand-in-Hand arbeitenden »Rettern« auf der Nase herum tanzen zu lassen. Die italienische Marine hat gestern mit Einwilligung der libyschen Regierung ein Kriegsschiff in die Hoheitsgewässer des nordafrikanischen Staates entsendet. Zudem sollen weitere italienische Schiffe zur technischen und logistischen Unterstützung der libyschen Küstenwache entsendet werden, hatte der italienische Außenminister Angelino Alfano am Dienstag verkündet.

Zu dieser neuen Linie gehört auch, dass die italienischen Behörden gestern in Lampedusa das Schiff einer deutschen »Rettungsorganisation« wegen Beihilfe zur illegalen Migration festsetzte und beschlagnahmte. Das Wehgeschrei und Zähneklappern der Organisation setzte nach der Aktion der Behörden lauthals ein. Dabei ist dieser Schritt die logische Konsequenz daraus, dass einige der »Retter« sich geweigert hatten, den von Italien geforderten verbindlichen Verhaltenskodex für Hilfsorganisationen zu unterzeichnen.

Sven von Storch

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