Israel will 40.000 Flüchtlinge aus Eritrea und dem Sudan abschieben
Israel will 40.000 Flüchtlinge aus Eritrea und dem Sudan abschieben
Datum: 20.11.2017 - 09:43 Uhr
Die im Land befindlichen »Flüchtlinge« aus Eritrea und dem Sudan, in erster Linie junge Männer, werden in Israel rechtlich als illegale Einwanderer betrachtet. Asylanträge für Personen aus diesen Herkunftsländern werden nur in seltenen Ausnahmefällen von den israelischen Behörden positiv beschieden. In der Vergangenheit ist eine große Anzahl dieser »Flüchtlinge« über Ägypten nach Israel eingesickert. Erst mit der Errichtung einer Sperranlage an der israelisch-ägyptischen Grenze wurde dieser Weg effektiv geschlossen. Doch noch befinden sich etliche Zehntausend dieser Männer in Israel.
In der jüngeren Vergangenheit hatte Israel bereits 20.000 »Eindringlinge« nach Afrika abgeschoben, hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gestern bei einer Regierungssitzung in Jerusalem. Nun folge die dritte Phase der intensivierten Abschiebung, wie es Netanjahu nannte. Mit Ruanda und Uganda habe man Vereinbarungen getroffen, damit dorthin die »40.000 Eindringlinge ohne ihre Zustimmung« abgeschoben werden können.
Einer der Gründe für die jetzt konsequente Umsetzung der Abschiebepolitik ist nicht zuletzt die Zunahme der Spannungen zwischen den »Flüchtlingen« und den einheimischen Bewohnern der südlichen Bezirke von Tel Aviv. Dort, in den etwas ärmeren Vierteln der Metropole, hat sich ein Großteil dieser Migranten niedergelassen. Auch das in der Negev-Wüste errichtete Lager Cholot (Holot) soll im Rahmen der jetzigen Abschiebepraxis aufgelöst werden. Für einen Weiterbetrieb gebe es dann keine Gründe mehr, so Netanjahu.
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