In vielen Tchibo-Filialen gehen die Lichter aus

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In vielen Tchibo-Filialen gehen die Lichter aus
Datum: 26.04.2023 - 10:12 Uhr

Die neueste Werbekampagne des Kaffeerösters »Tchibo« machte den Eindruck, als sei sie auf das Publikum in Südafrika, Namibia oder in einem der südlichen US-Bundesstaaten wie Georgia oder Alabama zugeschnitten. Die Wurzeln der Protagonisten in dieser Werbekampagne lagen eindeutig irgendwo auf dem schwarzen Kontinent. Dieses »Blackwashing«, also die in Relation zum Anteil der Bevölkerung überproportional häufige Darstellung von schwarzen Modellen in der Werbung, wird nicht nur von Tchibo betrieben. Auch und vor allem Modehäuser sind hier politisch besonders überkorrekt und sogar in Prospekten von Discountern oder skandinavischen Einrichtungshäusern ist diese Entwicklung zu beobachten.

Manchmal aber übertreiben es die verantwortlichen Werbungsexperten der Unternehmen mit ihrer politischen Korrektheit und der Schuss geht nach hinten los. Diese Erfahrung macht derzeit Tchibo. 2022 war nach Angaben der Geschäftsleitung »finanziell gesehen das schlechteste Jahr in der Firmengeschichte«, zitiert der Münchner Merkur eine Rundmail an die Beschäftigten des Unternehmens. Deswegen sollen die Mitarbeiter in den 550 Filialen nicht nur auf eine Gehaltsanpassung verzichten, sondern zahlreiche Filialen sollen auch geschlossen werden.

Natürlich macht man nicht die komplett in die Hose gegangene Werbeaktion mit den überwiegend schwarzen Modellen für die desaströsen Zahlen verantwortlich, sondern redet sich mit den Auswirkungen der Corona-P(l)andemie heraus und dem Umstieg vieler Kunden auf das Online-Geschäft. Allerdings: auch 2021, im Jahr vor der »schwarzen Kampagne«, gab es bereits massive Maßnahmen, die im Zuge der Corona-P(l)andemie verhängt wurden – und da machte Tchibo noch richtig Kasse mit einem Umsatz von 3,26 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von fast 180 Millionen Euro. Der Einbruch kam nach der politischen korrekten Werbekampagne.

Sven von Storch

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