In Tunesien vollzieht sich ein Bevölkerungs-Austausch

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In Tunesien vollzieht sich ein Bevölkerungs-Austausch
Datum: 28.02.2023 - 10:09 Uhr

Kais Saied mahnte einen sich derzeit vollziehenden Bevölkerungsaustausch in seiner Heimat an. Er machte diese Bemerkung während eines Treffens mit dem Nationalen Sicherheitsrat, berichtet Al-Jazeera. Das unausgesprochene Ziel der aufeinanderfolgenden Wellen illegaler Einwanderung sei es, Tunesien als rein afrikanisches Land zu betrachten, das keine Verbindung zu den arabischen und islamischen Nationen habe, sagte er. Saied fügte hinzu, dass der massive Zustrom von Schwarzafrikanern in das Land sofort gestoppt werden müsse. Der Präsident erklärte auch, dass in den letzten zehn Jahren einige Akteure – die er nicht nannte – dafür gesorgt hätten, dass sich afrikanische Migranten gegen Bezahlung in Tunesien niederließen.

Verschiedene linke Organisationen und die mit ihnen im Einklang stehenden und zusammenarbeitenden Schlepper- und Schleuserorganiationen heulen nach diesen klaren Worten sofort unisono auf und verurteilen die Äußerung scharf. Sie schwadronieren von einem »rassistischen Ansatz«, der vielen Kampagnen in Europa gleiche, moniert Omdhane Ben Amor, Sprecherin des tunesischen Forums für wirtschaftliche und soziale Rechte. Die Einlassungen Saiedes seien Teil seiner  Präsidentschaftskampagne, mit der er »einen imaginären Feind schaffen« wolle.

Das hoch verschuldete Tunesien befindet sich in einer langjährigen Wirtschaftskrise. Letzte Woche protestierten Tausende von Gewerkschaftsmitgliedern im ganzen Land gegen die Verschärfung der finanziellen Probleme und die Verhaftung eines hochrangigen Gewerkschaftsfunktionärs.

Tatsache ist, dass die überwiegend arabisch-berberische Bevölkerung des Landes in den vergangenen Jahren eine massive Zuwanderung von Schwarzafrikanern aus Ländern südlich der Sahara zu verzeichnen hat. Vor allem die konservativ geprägten tunesischen Parteien wie zum Beispiel Al-Karama prangern diese Fehlentwicklung an. Die unkontrollierte Einwanderung sorgt für eine soziale Schräglage, zunehmende Arbeitslosigkeit und steigende Sozialausgaben bei gleichzeitigem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das Ergebnis sind die Zunahme von Unruhen und eine Radikalisierung des Landes. Dem will Saied mit einer Politik der Verbesserung der Grenzkontrollen entgegen wirken.

 

 

Sven von Storch

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