In Niedersachsen predigen Ditib-Imame im Gefängnis
In Niedersachsen predigen Ditib-Imame im Gefängnis
Datum: 15.05.2017 - 12:52 Uhr
Die Anzahl der Muslime in den niedersächsischen Justizvollzugsanstalten bewegt sich seit Jahre auf Rekordniveau. Deren prozentualer Anteil an den Gefangenen insgesamt erhöht sich von Jahr zu Jahr. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, auch in der Haft ihren Glauben leben zu können, werden seit 2014 vom Land ehrenamtliche Seelsorger berufen. Auf Landesebene versehen derzeit 24 Imame diesen Dienst.
So weit, so unspektakulär. Problematisch allerdings ist, dass diese 24 Imame von den zwei größten muslimischen Verbänden, Ditib und Schura, vorgeschlagen wurden. Dreizehn der Imame sind studierte Theologen, die anderen elf sind laut Bericht der »NOZ« Laienprediger.
Insbesondere die Verknüpfung der Imame mit dem Dachverband »Ditib« lässt bei einigen Beteiligten jetzt aber die Alarmglocken schrillen. Schließlich steht Ditib in dem Verdacht, seine Imame damit beauftragt zu haben, auf deutschem Boden gläubige Türken oder türkischstämmige Personen im Hinblick auf eine Nähe zur Gülen-Bewegung auszuspionieren. Ditib wird auch immer wieder mit sogenannten »Hass-Predigern« in Verbindung gebracht; also Vorbetern, die während der Freitagsgebete ihre Hassbotschaften unter die Gläubigen verteilen. Zahlreiche von Ditib finanzierten Imame sollen auch Kämpfer für das Terrornetzwerk ISIS/DAESH rekrutiert haben.
Aus dem Personenkreis im Umfeld dieses Dachverbandes setzen sich also jetzt die Imame zusammen, die im Gefängnis den »wahren Glauben« verbreiten sollen. Bei Menschen, die zumindest bedingt gesetzestreu sind. Ob diese Entscheidung zielführend ist, wird sich wohl in naher Zukunft ausweisen.
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