In drei Tagen kann die Türkei Europa einnehmen!
In drei Tagen kann die Türkei Europa einnehmen!
Datum: 07.08.2017 - 09:38 Uhr
Europa, so Erdogan, sei ein Kontinent, der »in jeder Hinsicht verrottet, ließ er jüngst über die AKP-abhängige Zeitung »Yeni Söz« verkünden. Wenn die Türkei mit einem Marsch in Richtung Europa an einem Morgen begänne, so »können wir unser Abendgebet im Berliner Schloss Bellevue haben«, heißt es in dem Blatt weiter. Erdogan poltert aufgrund der an seiner Politik aus der EU geäußerten Kritik in Richtung Berlin und Brüssel und droht unverhohlen: »Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer auch nur irgendwo auf der Welt sicher einen Schritt auf die Straße setzen können.« Europa werde ohnehin bald türkisch werden, sagt Erdogan.
Trotz dieser schrillen Töne aus Ankara wollen manche EU-Granden wie Jean-Claude Juncker an den Beitragsgesprächen der Türkei zur EU auch weiterhin festhalten. Für Juncker ist es dabei offensichtlich unerheblich, dass Erdogan seine Schergen verstärkt auf die Jagd nach Oppositionellen jeder Art und Coleur in Bewegung gesetzt hat. Juristen, Polizisten, Anwälte, Politiker, Journalisten - alle, die auch nur den leisesten Hauch einer Kritik an Erdogan äußern, werden von dessen Häschern unbarmherzig verfolgt, gejagt und eingekerkert.
Natürlich kann man über einen Journalisten wie Yücel, der sich dahin gehend geäußert hat, dass sich etwas Besseres als Deutschland allemal fände, durchaus geteilter Meinung sein. Dass er aber für kritische Äußerungen an Erdogans Politik auf unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft gehalten wird, ist nicht wirklich mit den Grundlagen der Menschenrechte vereinbar. Die von Erdogan nun ausgestoßenen militärischen Drohungen sollten, so lässt es der gesunde Menschenverstand erahnen, ausreichend sein, um die Verhandlungen mit ihm und die Zahlungen an die Diktatürkei sofort abzubrechen respektive auszusetzen. Doch die EU-Kraten wie Juncker scheinen da anderer Ansicht zu sein.
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