Immobilienblase in Deutschland droht zu platzen
Immobilienblase in Deutschland droht zu platzen
Datum: 02.10.2017 - 09:21 Uhr
Der Immobilienmarkt in Deutschland kennt, zumindest in den Metropolen, seit Jahren nur eine Tendenz: nach oben. Wohnraum und Grundstücke werden immer teurer. Vor allem München, Köln, Hamburg, Frankfurt am Main und Stuttgart sind hierzulande Preistreiber. Doch, so heißt es in einem Bericht der in der Schweiz beheimateten Großbank UBS, das Risiko einer Preisblase respektive das Platzen dieser Blase, ist in München extrem groß.
Inflationsbereinigt sind die Immobilienpreise in München in den letzten zehn Jahren um 85(!) Prozent gestiegen. Für den Erwerb einer 60-Quadratmeter-Eigentumswohnung in mittlerer Lage müsste ein Facharbeiter acht volle Jahresgehälter anlegen. Noch deutlicher wird die Situation, wenn man den Kaufpreis einer Wohnung in Relation zur Miete nimmt. Dieser Kaufpreis einer Münchner Wohnung entspricht aktuell dem Gegenwert von 37 Jahresmieten. Zum Vergleich: eine Wohnung in Chicago entspricht dem Gegenwert von 15 Jahresmieten.
München liegt mit diesen Relationen sogar weltweit auf Rang 1; gemeinsam mit Zürich. Doch für die Berechnung des Risikos fließen noch weitere Faktoren ein. In die Berechnung fließt unter anderem ein, wie stark sich die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren verändert haben, wie teuer Immobilien im Verhältnis zum Einkommen der einheimischen Bevölkerung und den erzielbaren Mieten sind und wie sich Hypothekenkredite im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung entwickelt haben.
Als Summe all dieser Faktoren findet sich München auf Rang drei der mit dem größten Risiko behafteten Städte ein. Ganz vorne liegt Toronto mit einem Index von 2.12, gefolgt von Stockholm mit 2.01 und eben München mit 1.92 - deutlich vor London, Hongkong oder Paris.
Zur Erinnerung: die Finanzkrise 2007 begann mit einer Immobilienkrise in den USA, als der dort spekulativ aufgeblähte Immobilienmarkt (eben eine Blase) platzte.
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