Immer weniger Geldautomaten in Betrieb

Veröffentlicht:

Immer weniger Geldautomaten in Betrieb
Datum: 09.01.2023 - 10:49 Uhr

Das Abholen von Bargeld an Geldautomaten in Deutschland wird immer öfter zu einem Glücksspiel. Oftmals nämlich sind die nämlich außer Betrieb; in den Selbstbedienungszentren sogar gleich reihenweise. Mit der angeblichen Gefahr von Überfällen kann das nichts zu tun haben, weil die meisten dieser Automaten innerhalb von Gebäuden, manchmal sogar weit innen in Einkaufszentren und ähnlichen Häusern befinden. Der Grund ist ein ganz anderer: die Banken forcieren so massiv den Kampf gegen das Bargeld. Am Bargeldtransfer verdienen sie nämlich nichts und außerdem können Staat und Banken den Bargeldfluss schlechter kontrollieren. Bargeldinhaber sind nur einmal vom System abhängig: wenn sie das Geld abheben. Danach sind sie in ihren Entscheidungen frei und unabhängig, niemand kann kontrollieren, wofür das Geld ausgegeben wird. Das stinkt der EZB, der Regierung, dem gesamten Sammelsurium der Kontrollfreaks und deswegen wird der Kampf gegen das Bargeld von diesen Institutionen massiv forciert. Vor allem aber verdienen Banken und Kreditkartenunternehmen beim Zahlungsverkehr mit Bargeld nichts - und das stinkt ihnen am meisten.

Ein Beipiel:Ich habe einen 50-Euro-Schein in der Tasche, gehe damit in ein Restaurant und bezahle damit mein Essen. Mit diesen 50 Euro bezahlt der Restaurantbesitzer seine Rechnung im Waschsalon. Der Waschsalonbesitzer bezahlt damit den Haarschnitt bei seinem Friseur. Mit diesen 50 Euro bezahlt der Friseur seine Rechnung im Supermarkt. Nach einer unbegrenzten Anzahl von Zahlungen bleibt der Wert meines 50-Euro-Scheins immer noch derselbe, d. h. er hat seinen Zweck für jeden erfüllt, der ihn als Zahlungsmittel verwendet hat, und die Bank hat keine Arbeit und keinen Einfluss auf jeden ausgeführten Barzahlungsvorgang (die Inflation einmal bewusst unberückichtigt gelassen).

Beim bargeldlosen Zahlungsverkehr sieht das ganz anders aus. Wenn ich jetzt in ein Restaurant gehe und mit meiner Karte bezahle, dann werden die Kosten für meine digitale Zahlung dem Restaurantbesitzer in Rechnung gestellt. Einschließlich der prozentualen Transaktionsgebühren sind  das durchschnittlich 2,5 Prozent, also etwa 1,25 € für jeden weiteren Zahlungsvorgang (der entweder in die Kassen der Kartengesellschaften und/oder der Banken fließt). Die gleichen Gebühren werden erhoben, wenn der Restaurantbesitzer seine Rechnung im Waschsalon digital bezahlt, ebenso für die  Zahlungen der Waschsalonbesitzerin an den Friseur, dessen Zahlung im Supermarkt und so weiter. Nach nur 36 Transaktionen bleiben von den ursprünglichen 50 Euro also nur noch 5 € übrig, 45 Euro sind dank der Gebühren in die Kassen der Banken und/oder Kartengesellschaften geflossen. Nicht zu vergessen, dass der Karteninhaber pro Monat im Mittel 2,50 Euro als Kartengebühr zu zahlen hat.

Die Banken/Kreditkartengesellschaften profitieren massiv vom bargeldlosen Zahlungsverkehr. Deswegen wollen sie das Bargeld abschaffen. Und deswegen schalten sie immer mehr Geldautomaten ab. Mit der angeblichen Gefahr von Überfällen oder auch der angeblich geringen Nachfrage hat das nichts zu tun.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.