Immer mehr Flüchtlinge machen Urlaub in der alten Heimat

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Immer mehr Flüchtlinge machen Urlaub in der alten Heimat
Datum: 16.06.2017 - 08:31 Uhr

Ein neues »Phänomen« wird seitens des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) festgestellt. Auch wenn eine exakte Fallerfassung nicht erfolgt, so nimmt man erstaunt zur Kenntnis, dass mehr und mehr »Flüchtlinge«, die aus ihren Heimatländern angeblich vor Verfolgung, Drangsalierung, Mord, Totschlag und sonstigen Nachstellungen geflohen sein wollen, exakt in diese Länder reisen, um dort ihren Urlaub zu verbringen. So schreibt es die »Welt« aktuell in einem Bericht. 

Grundsätzlich gilt in Deutschland, dass Asylberechtigte das Recht haben, in ihre Heimatländer zu reisen, ohne dass deswegen ihr Status seine Gültigkeit verliert. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn ein in der Heimat zurückgebliebener naher Angehöriger schwer erkrankt oder gar verstorben ist. Aber auch wichtige Familienfeiern (Hochzeit, Geburt, Taufe o. ä.) sind solche Anlässe.

Deutlich anders aber verhält sich die Sachlage, wenn die Menschen dauerhaft aus Deutschland ausreisen oder aber bei der Erfassung angegeben haben, dass sie vor einer erheblichen Gefahr für Leib oder Leben geflohen sind, dann aber zum Urlaub in ihre Heimat reisen. Dies kann »ein Indiz dafür sein, dass bei dem Flüchtling keine Furcht vor Verfolgung vorliegt«, heißt es beim BAMF, und könne dazu führen, dass der Schutzstatus aberkannt wird.

Bei Menschen, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen sind, liegen die Grenzen noch enger: wer Deutschland verlässt, verwirkt die Fortführung seines Verfahrens. Die Rückreise ins Heimatland, auch für einen kurzen Zeitraum, ist gleichbedeutend mit der Erlischung der Aufenthaltsgestattung. Und auch für Geduldete gilt: wer raus ist, ist raus!

Sven von Storch

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