Immer mehr Flüchtlinge kommen über die Mittelmeerroute
Immer mehr Flüchtlinge kommen über die Mittelmeerroute
Datum: 30.05.2017 - 09:17 Uhr
In der vergangenen Woche sind über 10.000 Menschen via Mittelmeerroute in Italien eingetroffen, heißt es in einem Bericht der »Tiroler Tageszeitung«. Die meisten der »Flüchtlinge« stammen aus Nigeria, Bangladesh, Guinea, Gambia und der Elfenbeinküste. In keinem dieser Länder findet derzeit ein umfassender Bürgerkrieg, vergleichbar mit Syrien, statt.
Aktuell werden in Italien rund 180.000 »Flüchtlinge« in Hotspots und anderen Einrichtungen versorgt. Zu diesen zählen auch rund 6.000 angebliche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die allein in diesem Jahr nach Italien gelangt sind.
In 2016 wurden ungefähr 181.000 »Flüchtlinge« aus »Seenot« gerettet und nach Italien überstellt. Das Land rechnet in diesem Jahr mit einem weiteren deutlichen Zuwachs. Zumal sich nach Berichten des UNHCR alleine in Nordafrika weitere Millionen an Migranten auf dem Weg nach Europa sind. Die Schlepper in Libyen können gar nicht so viele Boote zu Wasser lassen, wie eine Nachfrage besteht.
Unterstützung erhalten die Schlepper nach wie vor von den sogenannten Hilfsorganisationen, die die »Flüchtlinge« unmittelbar vor der libyschen Küste aufgreifen und dann per Express direkt in einen italienischen Hafen befördern. In diesem Fall gelten sie dann auch nicht als »Flüchtlinge« im eigentlichen Sinne des Gesetzes, sondern können als aus Seenot gerettete Personen direkt einen Asylantrag am Ankunftsort stellen. Und weil ihre Verbringung per Schiff nach Italien nur bedingt freiwillig erfolgte, können die Geretteten darauf plädieren, dass ihre Rettung keine freiwillige Einreise darstellt; sie dürfen sich also nach den Regeln des Gesetzes ihr Zielland aussuchen. Wohin es die meisten dieser »Flüchtlinge« zieht, dürfte in der Zwischenzeit hinlänglich bekannt sein.
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