Imbissbudenbetreiber schlagen Alarm!

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Imbissbudenbetreiber schlagen Alarm!
Datum: 06.09.2022 - 09:46 Uhr

Wenn sich unterwegs der kleine Hunger meldet, greift der Deutsche am liebsten zur Currywurst. Die gibt es vielerorts bei einer kleinen, selbstständig betriebenen Imbissbude an der nächsten oder übernächsten Ecke. Zumindest gibt es sie noch. Aber immer mehr der knapp 35.000 Imbissbuden in Deutschland befinden sich in existenzieller Gefahr. Schuld daran sind die gestiegenen Preise in allen Bereichen. Das geht von der Energieversorgung über die Zulieferung von Nebenprodukten (Tomatenmark, Mayonnaise und so weiter) bis hin zu den Waren (Würtchen, Pommes und so weiter). Die Hauptschuld daran trägt die Berliner Ampel, die nicht in der Lage ist, durch gezielte und durchdachte Maßnahmen der Preistreiberei ein Ende zu setzen.

Viele Imbissbuden gibt es seit Generationen, oftmals werden sie auch in der Familie weitergegeben. Hinter ihnen steht kein milliardenschweres Unternehmen wie das mit den goldenen Bögen, einer komischen Kopfbedeckung oder einer selbst gebastelten Krone. Bestenfalls steht die Familie dahinter im »Büdje«, im »Grill« oder einfach nur im »Imbiss«. Reich wird niemand mit einer solchen Bude. Alle Imbissbuden zusammen erwirtschafteten 2020 einen Umsatz von gerade einmal 6,3 Milliarden Euro. Pro Jahr und pro Bude sind das keine 30.000 Euro.

Anders als die Groß- oder Systemgastronomie haben die Budenbetreiber keine Lobby, keine gemeinsame Interessenvertretung und somit werden sie von der Berliner Ampel konsequent vernachlässigt. Doch wenn die Politik weiterhin unfähig bleibt, die Preistreiberei im Land einzudämmen, dann werden diese Buden sterben. So wie auch die Kioske. Dann ist es aus mit der Currywurst gegen den kleinen Hunger. Dann bleiben nur noch die zerdrückten Fleischfladen in armseligen Brötchen, das vom Spieß runtergeschnittene Etwas unbekannter Herkunft oder eine fernöstliche Suppe, wo man auch lieber gar nicht wissen möchte, was da so alles drin ist.

Der Imbiss ist nicht einfach nur ein Ort, um den Hunger zu stillen. In vielen Regionen des Landes ist er ein Kulturgut und gehört zur Lebensart. Der gute alte Imbiss muss gerettet werden.

Sven von Storch

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