Im Donbas wird die Lage für Selenskijs Soldaten immer kritischer

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Im Donbas wird die Lage für Selenskijs Soldaten immer kritischer
Datum: 09.11.2023 - 10:52 Uhr

Die Zahl der russischen Angriffsoperationen im Donbas nimmt jeden Tag zu. Ein strategisch wichtiger Ort wird anvisiert, die ukrainischen Besatzungstruppen werden durch Feldartillerie gezielt unter Feuer genommen, dezimiert und demoralisiert, vom Nachschub und Verstärkungen abgeschnitten, bevor dann die russische Infanterie zum finalen Stoß ansetzt. Selenskijs Soldaten wissen das, Selenskijs Militärs wissen das, nur er selbst zeigt sich als in hohem Maße realitätsverweigernd und beratungsresistent. Er ist nicht der erste Staatschef, der es besser zu wissen glaubt als die wirklichen Militärexperten. Mit solchen Staatschefs hat es in der Vergangenheit selten ein gutes Ende genommen; aber das ist ein ganz anderes Thema.

Aktuell jedenfalls hat Selenskij das Problem, dass die russische Armee über so viel bisher nicht eingesetzte Truppen verfügt, dass sie an der kompletten Hauptkampflinie im Donbas, von der Grenze zu Weißrussland im hohen Norden bis zum Delta des Dnjepr im tiefsten Süden, vorstoßen kann. Selenskijs Einheiten sind derart ausgedünnt, dass sie sich nur noch auf einige wenige Punkte konzentrieren kann. Kupians und Avdiivka bleiben weiter unter Dauerbeschuss, nun rücken russische Verbände von Bachmut aus Richtung Westen gegen Chasiv Yar vor.

Die Zivilbevölkerung der Stadt ist bereits evakuiert, derzeit leben maximal noch etwa 1.000 Menschen in dem Ort, der einst etwa 15.000 Einwohner zählte. Die Stadt an sich ist weniger wichtig, der unweit verlaufende Siwerskyj-Donez-Donbas-Kanal hingegen ist, trotz einiger Beschädigungen, durchaus interessant, führt er doch auch an der Metropole Slowjansk vorbei.

Sven von Storch

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