Illegale Grenzübertritte in die EU auf Höchststand seit 2016
Illegale Grenzübertritte in die EU auf Höchststand seit 2016
Datum: 22.04.2022 - 10:08 Uhr
Laut den neuesten von Frontex veröffentlichten Daten ist die illegale Migration nach Europa auf den höchsten Stand seit der Migrationskrise 2016 gestiegen. Nahezu jede von der Grenzschutzbehörde der Europäischen Union überwachte Route verzeichnete in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 einen starken Anstieg des Migrantenverkehrs. Explizit nicht eingebunden in den Bericht wurden Flüchtlinge, die über Grenzkontrollpunkte aus der Ukraine fliehen.
»Das erste Quartal dieses Jahres war das geschäftigste in Bezug auf illegale Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen seit der Migrationskrise im Jahr 2016«, erklärte Frontex letzte Woche in einer Pressemitteilung. Vorläufige Berechnungen der EU-Grenzschutzbehörde zeigen, dass zwischen Januar und März 2022 mehr als 40.300 illegale Übertritte festgestellt wurden, das sind 57 Prozent mehr als vor einem Jahr. Allein im vergangenen März überquerten über 11.600 Migranten illegal die Außengrenzen der EU, 29 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum im Jahr 2021.
»Auf der östlichen Mittelmeerroute hat sich die Zahl der Ankünfte irregulärer Migranten im Zeitraum Januar bis März auf mehr als 7.000 mehr als verdoppelt. Der deutliche Anstieg war auf die Aufdeckung illegaler Grenzübertritte in Zypern zurückzuführen, die sich auf über 5.100 verdreifachte (bei 7.005 Erkennungen für alle östlichen Mittelmeerrouten)«, sagt Frontex. Auch die Westbalkanroute verzeichnete mit über 18.300 illegalen Überfahrten einen dreistelligen Anstieg, was fast die Hälfte des gesamten Migrantenverkehrs im Quartal ausmachte.
Außerdem passieren immer mehr Migranten die EU mit dem Ziel Großbritannien. »Die Zahl der irregulären Migranten, die in diesem Jahr bisher versuchten, den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien zu überqueren, hat sich gegenüber dem Vorjahr auf knapp 9.000 fast verdreifacht, die Hälfte von ihnen wurde an der Ausreise gehindert und die andere Hälfte wurde von britischen Behörden aufgegriffenë“, berichtet Frontex.
Vor dem Ausbruch der COVID-Krise und den damit verbundenen Grenzschließungen nahm die illegale Migration nach Europa zusammen mit den Asylanträgen stark zu. Mitte 2020 prognostizierte Europol eine Migrationswelle aus Ländern der Dritten Welt, die stark von globalen Lockdowns und wirtschaftlicher Verlangsamung betroffen sind.
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