Illegale Einwanderung über das Mittelmeer nimmt stärker zu als bisher
Illegale Einwanderung über das Mittelmeer nimmt stärker zu als bisher
Datum: 24.05.2022 - 10:29 Uhr
Das Mittelmeer und der Westbalkan stehen im Mittelpunkt, wenn sich illegale Einwanderer aus Pakistan, Bangladesch, Syrien, Nigeria, Kongo, Ägypten und Tunesien in die einkommensstarken Länder der nördlichen EU begeben. Es wird nun erwartet, dass die Einwanderung über das Mittelmeer im Sommer zunehmen wird, da wärmere Temperaturen es weniger gefährlich machen, sich in das immer noch relativ kalte Mittelmeer zu wagen.
Die Zahlen von Frontex aus dem aktuellen Bericht verweisen einmal auf die Zunahme des vergangenen Aprils im Vergleich zum Vorjahresmonat, die bei 69 Prozent gelegen hat. 58.000 illegale Grenzübertritte in die EU wurden registriert, die Dunkelziffer dürfte bedeutend höher liegen, da viele EU-Länder nicht genügend Mittel hätten, um eine lückenlose Grenzsicherung vornehmen zu können.
Die prozentual höchste Zunahme wurde an den nordöstlichen Grenzländern festgestellt; hier gab es eine Steigerung in den ersten vier Monaten 2022 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021 von 523 Prozent. Die größte Zunahme in abssoluten Zahlen gab es auf der berüchtigten Westbalkan-Route. Hier wurden 27.172 illegale Grenzübertritte verzeichnet, eine Zunahme von 130 Prozent.
Frontex geht davon aus, dass in den kommenden wärmeren Monaten vor allem die Mittelmeerrouten stärker frequentiert sein werden. Im westlichen Mittelmeer gab es eine Zunahme von lediglich zwei Prozent, im zentralen Mittelmeer lag sie bei vier Prozent ebenfalls relativ niedrig. Im östlichen Mittelmeer hingegen war die Zunahme bei 86 Prozent besorgniserregend. Wobei hier insbesondere Zypern mit einer Steigerung von 183 Prozent auffällig war. Ein Grund dafür ist die gezielte Einschleusung von »Flüchtlingen« durch das Erdogan-Regime über das von der Türkei besetzte Nordzypern in den freien Südteil der Insel, der EU-Mitglied ist.
Ebenfalls stark zugenommen hat mit 160 Prozent Steigerung die Abwanderung von »Flüchtlingen« über den Kanal nach Großbritannien. Im Gegensatz zur EU in Brüsssel hat die Regierung in London jedoch bereits Gegenmaßnahmen angekündigt und ergriffen, sodass erwartet wird, dass die endgültigen Zahlen für den aktuellen Monat deutlich zurückgehen werden.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment