Ifo-Geschäftsklimaindex auf 74,3 gefallen
Ifo-Geschäftsklimaindex auf 74,3 gefallen
Datum: 24.04.2020 - 12:45 Uhr
Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist ein monatlich vom ifo Institut erstellter weicher Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Für Deutschland gilt der Indikator als bekanntester und am stärksten beachteter Geschäftsklima-Index. Er wird seit 1972 regelmäßig veröffentlicht und basiert auf einer monatlichen Befragung deutscher Unternehmen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage, deren rezenter Entwicklung und der erwarteten Entwicklung für die kommenden Monate. Der Index wird als geometrischer Mittelwert aus den Ergebnissen zu den Fragen »Aktuelle Geschäftslage« und »Geschäftserwartungen« berechnet, Referenzwert mit 100 Punkten ist derzeit der Wert zum Ende des Jahres 2015.
In den letzten Jahren lag der Ifo-Index in der Regel weit über 100 Punkten, teilweise sogar zwischen 110 und 120 Punkten. Lediglich im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise 2008 und 2009 hatte es einen tiefen Einschnitt gegeben, die Werte lagen knapp überhalb der 80-Punkte-Marke.
Diese Tiefstwerte wurden bis dato nicht wieder erreicht. Selbst im Vormonat lag der Index noch bei 85,9 Zählern. Doch die Folgen der Verbreitung des Corona-Virus und die zu seiner Eindämmung getroffenen politischen Entscheidungen drücken die Stimmung in den deutschen Chefetagen auf ein historisches Tief. Erstmals in seiner Geschichte ist der Geschäftsklimaindex auf einen Wert von weniger als 75 Punkten gestürzt. Für April veröffentlichte das Ifo-Institut einen Wert von nur noch 74,3 Punkten, den niedrigsten jemals gemessenen Wert.
Ifo-Präsident Clemens Fuest zu den aktuellen Zahlen: »"Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen ist katastrophal.« Fast ein Fünftel der deutschen Unternehmen plant laut Ifo im Zuge der Virus-Krise einen Stellenabbau.
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