Hunderttausende marschieren gegen Macron

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Hunderttausende marschieren gegen Macron
Datum: 13.09.2017 - 08:28 Uhr

Macrons Stern in Frankreich ist schneller verglüht, als alle erwartet haben. Sein Charme ist verflogen, seine gespielte Leichtigkeit längst passé. Jetzt, wo es ernst wird und Macron nicht nur schwafeln kann, sondern handeln muss, zeigt sich, dass hinter seiner Fassade nichts steckt. Seine angedachte Arbeitsmarktreform jedenfalls sorgt einzig und allein dafür, dass die Menschen in Frankreich wieder auf die Straße gehen und sich Massenkundgebungen gegen diese Reform anschließen. Initiiert von den Gewerkschaften gingen in den jüngsten Tagen nach eigenen Angaben bis zu eine halbe Million Menschen auf die Barrikaden und machten ihrem Unmut lautstark Luft. Allein in Paris sollen mehr als 200.000 Demonstranten unterwegs gewesen sein.

Der gesamte öffentliche Verkehr, sowohl im Nahbereich wie auf Landesebene und sogar grenzüberschreitend, war durch die Kundgebungen in Mitleidenschaft gezogen worden. Züge fuhren verspätet oder gar nicht, zahlreiche Flüge mussten verschoben oder abgesagt werden. Allein Ryanair strich über 100 Flüge von und nach Paris. Die französische Bahn, SNCF, meldete erhebliche Störungen in den Zentren. 

Macron konnte aktuell zu der Reform keine Stellung beziehen, da er sich gegenwärtig auf der französischen Karibikinsel St. Martin aufhält, um die Schaden des Hurrikans »Irma« zu begutachten. Sein Opponent, Jean-Luc Mélenchon, nutzte diese Abwesenheit, um sich in Marseille an die Spitze der Kundgebungen zu stellen und heftigst Kritik an der Reform zu üben. Sollte Macron diese Lage nicht schnell in den Griff kriegen, drohen weitere Massenkundgebungen und, wie in Frankreich üblich, Streiks, Streiks und jede Menge Streiks.

Sven von Storch

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