Hohe Energiekosten wegen Russlandsanktionen sind Preis der Freiheit!
Hohe Energiekosten wegen Russlandsanktionen sind Preis der Freiheit!
Datum: 24.01.2025 - 11:00 Uhr
In einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos am Dienstag meinte von der Leyen, die EU habe vor 2022 45 Prozent ihres Gases und 50 Prozent ihrer Kohle aus Russland bezogen, während Moskau auch einer der größten Öllieferanten für die EU gewesen sei: »Diese Energie schien billig zu sein, aber sie setzte uns der Erpressung aus«, so von der Leyen in ihrem sattsam bekannten transatlantischen Narrativ.
Danach habe angeblich der russische Präsident Wladimir Putin nach dem Ausbruch des »Ukrainekrieges« im Februar 2022 »unsere Gaslieferungen gestoppt«. Und weiter: »Unsere Gasimporte aus Russland sind um etwa 75 % zurückgegangen. Und jetzt importieren wir nur noch 3 % unseres Öls aus Russland und überhaupt keine Kohle mehr.«
Von der Leyen: Der Ausfall russischer Lieferungen verschärfte die Energiekrise
»Die Freiheit hatte ihren Preis. Die Energiekosten sind für Haushalte und Unternehmen in die Höhe geschnellt, doch viele Rechnungen sind immer noch vergleichsweise niedrig.«
Die EU hatte ja weitreichende Sanktionen gegen Russland verhängt, die sich gegen die Industrie, den Energie- und Finanzsektor des Landes richten. Russland hatte dann 2022 die Gaslieferungen nach Deutschland über die Nord Stream 1-Pipeline eingestellt, mit der Begründung routinemäßiger Wartungsarbeiten und Problemen bei der Lieferung von im Westen hergestellter Ausrüstung aufgrund von Sanktionen.
Im September 2022 wurde die unter der Ostsee verlaufende Nord-Stream-Zwillingspipeline durch Sabotage zerstört. Obwohl sich niemand zu dem Anschlag bekannt hatte, vermuten Moskau und mehrere westliche Journalisten, dass die USA und Großbritannien hinter dem Anschlag stecken. Sowohl London als auch Washington haben jede Beteiligung bestritten.
In Davos argumentierte von der Leyen: Die EU könne die Lieferungen aus Russland weiter durch erneuerbare und nukleare Energie ersetzen: »Wir müssen in saubere Energietechnologien der nächsten Generation investieren, wie z. B. Fusion, fortschrittliche Geothermie und Festkörperbatterien.«
Widerstand aus Ungarn und der Slowakei
Ungarn und die Slowakei fordern Brüssel hingehend zunehmend auf, seine Sanktionspolitik zu überdenken und eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts zu suchen.
Zudem hatte die Ukraine am 1. Januar 2025 den Transit von russischem Gas in EU-Länder über eine Pipeline aus der Sowjetzeit gestoppt, nachdem Kiew ein Abkommen mit der russischen Gazprom nicht mehr verlängerte. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico drohte dann damit, die humanitäre Hilfe an die Ukraine auszusetzen und die Stromversorgung in das Nachbarland zu unterbrechen, sollte Kiew den Transit nicht wieder aufnehmen.
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