Hintergrundinformationen zum islamistischen Terroranschlag in Berlin
Hintergrundinformationen zum islamistischen Terroranschlag in Berlin
Datum: 20.12.2016 - 08:07 Uhr
Der Täter, der gestern Abend gegen 20.00 Uhr einen 40-Tonnen schweren LKW mit polnischen Kennzeichen gezielt in die Besuchermenge eines Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz in Berlin gesteuert hat, so viel steht fest, ist ein »Flüchtling«, der im Februar 2016 nach Deutschland gelangt ist. Unklar ist, ob der Mann, der sich offenbar unter Verwendung mehrerer Identitäten im Land bewegt hat, ein Pakistani oder ein Afghane ist. Er ist, so viel steht fest, über die Balkanroute nach Deutschland gelangt, und war in einer Unterkunft am ehemaligen Flughafen Tempelhof untergebracht. Das Berliner SEK hat die besagte Unterkunft in der vergangenen Nacht durchsucht.
Das Fahrzeug gehört einer in Stettin beheimateten Spedition. Der reguläre Fahrer, ein 37-jähriger Pole, hatte letztmalig am gestrigen Nachmittag gegen 16.00 Uhr telefonischen Kontakt mit seiner Frau. Vermutlich handelt es sich bei den im Führerhaus aufgefunden Toten um diesen Fahrer. Zwischen 16.00 Uhr und 19.00 Uhr, so hat die Auswertung der GPS-Daten des Fahrzeugs ergeben, wurde der LKW mehrfach gestartet und rangiert. Der Eigner der Spedition spricht von offensichtlichen Fahrversuchen.
Vor dem Anschlag hatte es konkrete Warnungen vor einer solchen Tat gegeben. Ende November veröffentlichte unter anderem das englische Nachrichtenmagazin »Mirror«, dass es Erkenntnisse darüber gebe, dass IS/DAESH und Al Qaida gezielt Anschläge auf Weihnachtsmärkte ausüben will und werde. Auch den deutschen Politikern und führenden Sicherheitskreisen lagen diese Kenntnisse vor. Auf weitreichende Sicherungsmaßnahmen wurde jedoch verzichtet.
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