Hamas ruft zu Palästinenseraufstand auf
Hamas ruft zu Palästinenseraufstand auf
Datum: 07.12.2017 - 10:08 Uhr
Mit dem Begriff Intifada werden palästinensische Aufstände in Israel bezeichnet. Die erste Intifada begann 1987 als »Krieg der Steine« und endete 1993 mit der Schaffung der palästinensischen Autonomiebehörde. Die zweite Intifada entzündete sich 2000 an einem Besuch des damaligen israelischen Oppositionsführers Ariel Sharon auf dem Tempelberg in Jerusalem. Im Nachklang zu diesem Besuch kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitsbehörden. Erst im Februar 2005 konnten diese blutigen Unruhen beendet werden. Insgesamt wurden 20.406 Anschläge, darunter 138 Selbstmordanschläge und 13.730 Schussüberfälle, sowie 460 Angriffe mit Qassam-Raketen gezählt. Nach Angaben der Zeitung Jedi’ot Acharonot wurden 1.036 Israelis getötet (715 Zivilisten) und 7.054 verletzt.
Einer der Hauptstreitpunkte in dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist der Status Jerusalems. Hier haben drei Weltreligionen (in der zeitlichen Folge ihres Auftretens: Judentum, Christentum, Islam) bedeutende religiöse Stätten. Die Stadt wurde in ihrer Geschichte immer wieder besetzt, war umkämpft und ist auch aktuell nach wie vor ein Zankapfel. Denn sowohl Israel wie auch die Palästinenser betrachten Jerusalem als ihre Hauptstadt. Allerdings liegt hier auf Seiten der Palästinenser ein eklatanter Mangel vor: es gibt nach wie vor noch keinen von der UN insgesamt anerkannten Staat Palästina. Ohne Staat kann es daher auch keine Hauptstadt eines Staates geben.
Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den US-Präsidenten Donald Trump sowie die Ankündigung der Verlegung der US-Botschaft dorthin ruft jetzt die radikalislamisten der Hamas auf den Plan. Sie wollen einen neuen Aufstand, eine neue Intifada, die ins Herz des »zionistischen Feindes« getragen werden soll. So wird Hamas-Anführer Ismail Hanijeh bei einer Rede im Gaza-Streifen in einem Bericht bei »n-tv« zitiert. Aus Protest gegen die Entscheidung Trumps haben die Palästinenser am Morgen einen Generalstreik begonnen, heißt es in dem Bericht weiter. Im Westjordanland sowie in Ost-Jerusalem blieben öffentliche Einrichtungen, Geschäfte, Schulen und Banken geschlossen.
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